Bei der entscheidenden Runde von „Germany's next Topmerkel“ gab es gestern leider kein schönes Foto von den Kandidaten: Armin Laschet und Markus Söder tagten bis in die tiefe Nacht hinein abgeschirmt in einem Bundestagsgebäude. Zuvor war Laschets Kurs nicht nur beim Wettanbieter „Smarkets“ gecrasht (9,5%), Söder hob dagegen so richtig ab (nicht nur im Learjet von Nürnberg nach Berlin, Landung am BER um 19.27 Uhr). An die selbsternannte Frist („Einigung bis zum Ende der Woche“) hielten sie sich nicht – um 1.30 war Schluss, ohne Ergebnis. Das immerhin qualifiziert sie beide für allerhöchste Ämter, jedenfalls in Berlin.
Damit kommen wir zu Angela Merkel, die vor drei Wochen bei „Anne Will“ angekündigt hatte, der Pandemieentwicklung schaue sie keine zwei Wochen mehr tatenlos zu. Wer sich dann gestern „Anne Will“ anschaute, u.a. mit Michael Müller, Peter Altmaier, Christian Lindner und Katrin Göring-Eckardt, wähnte sich in einer Satiresendung, zusammengesetzt aus den schlimmsten Szenen von einem Jahr Corona-Talkshows (Will zu Müller: „Warum kommen Sie mit den Zahlen nicht runter?“ Müller zu Will: „Die Ergebnisse brauchen etwas Zeit.“ Will zu Müller: „Was ist das Ziel Ihrer Pandemiepolitik?“ Müller zu Will: „Die Zeit möglichst gut überstehen.“) Altmaier war nicht einmal über die aktuelle Verordnungs- und Gesetzeslage im Bild und forderte: Jetzt sollten doch mal die Experten Vorschläge machen. Wie lange sollen wir uns das noch anschauen?
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„Mehrfach stand es Spitz auf Knopf, aber ich habe überlebt“, sagte unser Kollege Joachim Huber gestern bei der Gedenkveranstaltung für die Corona-Opfer. Ausführlich hatte er seine Geschichte vor einigen Wochen im Interview mit Maries Hubschmid erzählt – es ist eine eindrucksvolle Mahnung, vorsichtig zu bleiben. Mehr als 80.000 Menschen sind in Deutschland wegen einer Corona-Erkrankung gestorben, 3150 davon in Berlin. Auf unserer Nachrufe-Website erinnern wir an sie.
An den Schulen beginnen heute die Testwochen – rein dürfen erstmal (fast) alle, wer drinnen positiv getestet wird, muss wieder gehen. Außerschulische Tests (zuhause) sollen nur in Ausnahmefällen akzeptiert werden („Härtefallregelung“). Elternvertretungen, Kollegien und Psychologen protestieren, manche Schulen gehen locker mit den Vorgaben um („Testkassetten sind nicht vorzulegen“, schreibt z.B. die Ludwig-Hoffmann-Grundschule Friedrichshain), die Bildungsverwaltung fordert eine harte Kontrolle („Eine Bescheinigung über das negative Testergebnis ist der Schule vorzulegen“). In Steglitz-Zehlendorf lädt die CDU für Mittwoch, 17 Uhr zu einer großen Zoom-Konferenz mit dem Landeselternausschuss-Vorsitzenden Norman Heise ein – präsentiert werden soll „eine Lösung, die Ihren Kindern eine professionelle und zertifizierte Testung (mit Nachweis) möglichst am Ort der Schule ermöglicht.“
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Das Haarstudio Alexandra (Reichstraße) hat eine „UE“ (Unterrichtseinheit) bei den Johannitern im Testen absolviert („E-Learning“) – die Teilnahmebestätigung hängt aus: „Wir sind autorisiert, einen zertifizierten Corona-Schnelltest in unseren Räumen durchzuführen, der Ihnen bei negativem Ergebnis erlaubt, 24 Stunden shoppen zu gehen. So können Sie sich bei uns frisieren lassen und dann frisch frisiert einen Einkaufsbummel unternehmen.“ Eine solche „Antigen-Schnelltest-Schulung“ kostet bei den Johannitern 10 Euro und richtet sich „an Personal in Kitas, Schulen, Apotheken und Unternehmen der kritischen Infrastruktur“ – Hauptsache, die Frisur sitzt.
Und hier ein wenig Anschauungsmaterial für unsere Lose-Blatt-Sammlung zum Berliner Immobilienmarkt, diesmal aus der Kladde „Vom Wohnungsguppy zum Miethai“:
„Derzeit haben wir keine Immobilien in der Vermarktung“, teilt die Blaczko GmbH & Co. KG. auf einem Wohnungsportal mit – aber das möchte das Unternehmen mit Sitz in Miami (1st Avenue) und Schöneberg (Fuggerstraße) nach dem k.o. für den Mietendeckel schnell ändern: „hallo Leute, den müssen wir loswerden“, heißt es in einer internen Mail („an alle“) über einen Mieter, der zudem „geflagged“ wurde.
Mehrere Bewohner, die aufgrund des Deckel-Gesetzes ihre Miete gesenkt hatten, bekamen von der Adresse „blaczkohv@gmail.com“ eine mit hämischen Smileys versehene Mail („Zu früh gefreut“), eine ultimative Rückzahlungsforderung („zum 23.4.“) und eine Auszugsaufforderung („solche Mieter brauchen wir nicht“, „da wir solche Mieter wie sie sowieso nicht bei uns wohnen haben wollen“). Gezeichnet sind die Mails mit dem Kürzel „FY“, was nicht nur in Miami „Fuck You“ bedeutet.
Bereits im Wochenend-Checkpoint hatte Anke Myrrhe über einen ersten solchen Fall berichtet, daraufhin meldeten sich mehrere Mieter, denen es ähnlich erging. Die Wohnungsverwaltung reagierte auf unsere Anfragen, ob die Mails echt sind, erst mit „?????????????“ und dann so: „wie kommen sie darauf uns diese fragen zu stellen?“ Na ja, siehe oben. Das interessiert doch sicher auch alle Verbände, Parteien und seriösen Wohnungsportale, oder?
Apropos Angebote: Seit der Deckel vom brodelnden Topf geflogen ist, sind wieder echte Schätzchen auf dem Markt – z.B. die 3-Zi-Whg in der Rigaer Straße 27 (80 qm), die einige Zeit leer stand und jetzt, gleich nach dem Urteil, für schlanke 1360 Euro kalt zu haben ist. Oder die 1,5-Zimmer-Bude in der Weichselstraße (60,88 qm) für 1500 Euro kalt.
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Im April 1941
wurde das heutige Abgeordnetenhaus von Berlin, damals das „Haus der Flieger“, zum Schauplatz einer Juristenkonferenz. 80 Jahre danach wollen wir an das Schicksal der Verfolgten und Ermordeten erinnern. Wir laden Sie heute, 19.04.2021 um 18 Uhr, zu unserer Veranstaltung ein. Seien Sie online live dabei.
Hier geht‘s zum Livestream.
Wo Marcel „Lunte“ Luthe auftaucht, gibt‘s Ärger – natürlich zufällig, aber eben zufällig auch bei der Kür des Abgeordneten (Ex-FDP) zum Spitzenkandidaten der „Freien Wähler“: Fünf Parteimitglieder der Partei wurden trotz positiver Schnelltestergebnisse in den Saal gelassen – sie sind alle von einer Tempelhofer Firma, deren Chef zwanzig seiner Leute castete und ihre Beiträge zahlt. Wie das bei kleinen Parteien eben läuft, wenn Stimmen gebraucht werden.
Luthe will übrigens „Missstände“ aufdecken – das hat vor ein paar Jahren auch die Firma „Business Integrity“ getan: Sie untersuchte das seltsame Rechnungswesen (auch „Unregelmäßigkeiten“ genannt) des damaligen „Einstein“-Stammhaus-Geschäftsführers, der zufällig genauso heißt wie der „Freie Wähler“-Spitzenkandidat. Na sowas… Der Bericht („Sonderuntersuchung“, 35 Seiten plus ein Pfund detaillierter Anlagen) enthält dann auch so viele unglaubliche Zufälle, u.a. eine Stornoflut und fröhliche Spesen (Mallorca!), dass die Schnitzelpreise zur Nebensache werden. Die Angelegenheit ist zwar alt, aber offenbar noch nicht ganz gegessen – eine spannende Lektüre jedenfalls.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Mal abgesehen von Machtkampf zwischen CDU und CSU: Gibt’s in Berlin einen Bandenkrieg? „Nein, soweit sind wir hier noch lange nicht“, sagt Thorsten Cloidt, Oberstaatsanwalt, im Tagesspiegel-Interview. O.k., das war die gute Nachricht. Alles andere (u.a. wer einen Mordauftrag gegen ihn aufgegeben hat) können Sie hier lesen (Abo).
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Die einen haben ein Brett vorm Kopf, die anderen haben Holz im Bücherregal – zu letzteren gehört Hertha-Sportdirektor Arne Friedrich (hier zu sehen, also Arne und das Holz). Die naheliegende Frage, was das soll, verteidigt er so gekonnt und schnörkellos wie immer: „Weil ich es gehackt habe.“
Aus der Rubrik „Die AfD bei der Arbeit“ – die Neuköllner Verordnete Anne Zielisch wollte wissen: „Wie oft wurden in der laufenden Amtsperiode das Wort „Scheiße“ und diesbezügliche Ableitungen in der BVV Neukölln am Rednerpult geäußert – bitte nach Parteizugehörigkeit aufführen?“ (KA/481/XX) Es antwortet der Bezirksbürgermeister Martin Hikel: „Darüber führt das Bezirksamt keine Statistik.“
Tja, schade aber auch – kleine Zugabe gefällig? Ok: „Wie oft wurden in der laufenden Amtsperiode das Wort „Arsch“ und diesbezügliche Ableitungen in der BVV Neukölln am Rednerpult geäußert – bitte nach Parteizugehörigkeit aufführen?“ (Weitere Frage der Verordneten Anne Zielisch). Es antwortet der Bezirksbürgermeister Martin Hikel: „Siehe Antwort zu 1.“
Der Laden „Pro Scriptum“ in Glienicke-Nordbahn („Partnerfiliale der Deutschen Post AG“) lässt die Maske fallen – im Schaufenster hängt ein Plakat von Corona-Schwurblern (hier zu sehen).
Apropos Schwurbler – der „Verdi“-Gewerkschaftler Jörg Reichel (dju) schreibt zur „Querdenken Demo“: „Ich wurde heute zweimal für Boris Reitschuster gehalten. Einmal von einem Kommunikationsbeamten der Polizei (Name bekannt), der sich ausdrücklich für meine Arbeit als Journalist bedankte, und von einem Teilnehmer der Demo. Geld wurde mir aber nicht zugesteckt.“ Was für ein trauriges Schicksal…
„Kein Kandidat für eine Million Berliner“ – so fasst die „Berliner Zeitung“ die Listenkür der (West-)Berliner CDU zur Bundestagswahl zusammen, und der unterlegene Ex-Senator Mario Czaja (Marzahn-Hellersdorf) schreibt: „Ein großer Vorteil: Kein Parteienzwang, keine faulen Kompromisse. Allein die Interessen der Menschen im Wahlkreis zählen.“
Mit Tempo 234 ist ein 38-Jähriger über die Avus gerast – erlaubt ist hier 100. Die Polizei teilt mit: „Sein Auto und sein Führerschein wurden beschlagnahmt.“ Wir weisen rechtzeitig auf die Versteigerung hin.
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Verkehrssenatorin Regine Günther hätte in dem Tempo übrigens ihre durchschnittlichen monatlichen Dienstwagenkilometer (voll elektrisch im Tesla) in 2,99 Stunden erledigt. (Q: Verkehrsverwaltung)
Etwas langsamer geht die Verbreitung der Leihräder von „Nextbike“ in den Außenbezirken voran – obwohl das Parlament etwas anderes beschlossen hatte, verlängerte die Verkehrsverwaltung den Vertrag (7,5 Mio, läuft in diesem Jahr aus) ohne neue Vorgaben bis 2024. Es kommentiert Marie Antoinette: „Wenn das Volk kein Fahrrad hat, soll es doch Rolls Royce fahren!“
Innensenator Geisel nennt die Bewohner der Rigaer Straße „Gangster“ (Q: „Welt“). Und was sind Gangster? Schauen wir ausnahmsweise mal bei Wikipedia nach: „Gangster erwirtschaften ihren Lebensunterhalt durch kriminelle Handlungen, wie Diebstahl und Raub, Drogen- und Waffenhandel, Erpressung und Korruption.“ Besetzen ist nicht dabei.
Warum dürfen gelieferte Luftfilter an den Schulen nicht betrieben werden? „Es fehlen wohl Betriebsanweisungen“, schreibt Norman Heise, Landeselternausschuss-Vorsitzender – und die sind „nicht zu verwechseln mit Gebrauchsanleitungen.“
„Deutschlands Top-Virologinnen posten desillusionierte Memes“, twittert „Spiegel“-Kollege Marius Mestermann - und so sieht das dann aus:
Sandra Ciesek: „Trust in Science“.
Melanie Brinkmann: „So kommt mir unser Pandemiemanagement vor...“
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#diversitymatters: Diversity als Chefsache
Wie gelingt erfolgreiches Diversity Management im Unternehmen? Journalistin Franziska Walser spricht mit dem CEO Marcus Herrmann (Arcadis) über die zentrale Rolle, die Führungskräften bei der Förderung einer vielfältigen Belegschaft zukommt. Der Podcast ist ein Angebot des Verlags Der Tagesspiegel.
Jetzt reinhören!
Zitat
„Wir können im Sommer wieder im Biergarten sitzen.“
SPD-Spitzenkandidat Scholz am25.2. in der „Rheinischen Post“.
„Ich rechne fest damit, im Sommer im Biergarten sitzen zu können.“
SPD-Spitzenkandidat Scholz am 18.4. in der „Welt“.
Tweet des Tages
So eine Beziehung hatte ich auch mal!
Antwort d. Red.: (Kommentar zum übermittelten Zwischenstand Laschet-Söder: „Dauerhafter Kontakt, keine Entscheidung“).
Stadtleben
Boxen sichern – Montags schon gen Sonntag zu denken, mag abstrus anmuten – jedoch nicht, wenn es um begehrtes Berliner Frühstück geht. Picknick samt famosem Chichi ergattert daher schon jetzt, wer sich bereits zum Wochenstart nach ausgiebiger Brunchzeit sehnt: In neuen Wochenend-Picknickkörben lässt das Kreuzberger Shishi hipster-schicke Mezze in die hungrigen Homeoffices flattern. In einer Pappbox nach der nächsten drängen sich Zucchini-Tartar, Rote Beete, Tahini und Labneh auf den heimischen Küchentischen – obendrauf gibt’s Zwiebel-Marmelade, zum Nachtisch Tahini-Crumble-Fudge. Ein Korb plus Blumenstrauß ist ab 40 Euro zu haben, abgeholt wird Samstag und Sonntag in der Ritterstraße 12-14. Bestellt werden darf fix per DM auf Instagram – es lebe die Vorfreude!
9000 kulinarische Kilometer weiter blickt derweil unsere Genussredaktion: Ein edles Rezept für glasierten Lachs japanischer Art verrät mein Kollege Felix Denk unter diesem Link.
Sprinten – Der Berliner Marathon fiel dem Virus zum Opfer – und auch der diesjährige Frauenlauf muss auf Gedränge und Massen verzichten. Gesprintet wird jedoch trotzdem: virtuell! Vom 13. bis zum 16. Mai lädt der Lauf zum alleinigen Rennen – ganz egal, ob flott um den Block oder gleich im Halbmarathon. Bestzeiten und schweißtreibende Lauftechnik wollen dabei per Hashtag auf Instagram mit anderen Läuferinnen geteilt werden, damit auch der Zuschauerjubel nicht zu kurz kommt. Anmeldungen werden noch bis Donnerstag unter diesem Link entgegengenommen, einen Platz samt Startnummer, Medaille und Lauf-T-Shirt ergattern Sie für 20 Euro. Sportschuhe zur Hand? Team Checkpoint verlost zehn Startcodes.
Zeitreisen – Wer den Coronaplagen der Gegenwart zu entfliehen sucht, wirbelt 2000 Jahre zurück ins Römische Reich: In virtueller Simulation lässt das Team der „Flyover Zone“ Neugierige durch die pompösen Baalbek-Tempel im heutigen Libanon spazieren. Für das 3D-Modell „Baalbek Reborn“ hat das Projekt die prachtvollen Bauten digital rekonstruiert und ruft nun zur Online-Expedition per Laptop, Smartphone oder VR-Brille. Wem ein Streifzug partout nicht genügt, fliegt danach hinüber nach Rom und wandelt übers Forum Romanum, durchs Pantheon oder die Maxentiusbasilika – besonders Begeisterte schnappen sich gar einen Hadriansvilla- Zoom-Hintergrund. Der Besuch der Baalbek-Tempel ist kostenfrei, andere Modelle gibt’s ab einem Euro.
Spazieren & Lauschen – Unerhört! Zwischen noblen Galerien und nonchalanten Schaufensterflaneuren bleiben sie meist unbemerkt: die Wohnungslosen des Berliner Westens. Während wenige Blocks weiter Handtaschen im Wert von Kleinwagen in neue Besitzerhände wandern, bangen sie um ihren nächtlichen Schlafplatz – um die Not der Obdachlosen entlang des Ku'damms aus der Unsichtbarkeit zu bannen, ruft das Projekt „querstadtein“ zum Audiowalk. In „Stimmen vom Bahnhof Zoo“ führen Betroffene durch Leid, Hoffnung und den ungeschönten Alltag der Straße: Was bereitet ihnen Sorgen, welcher ist ihr größter Wunsch? Startpunkt des Hörspaziergangs ist der Hardenbergplatz, von dort aus geht es quer über den Ku’damm bis in die Fasanenstraße. Tickets erstehen Sie für 7,50 Euro hier, gelauscht wird vom eigenen Smartphone.
Grübelstoff – Nicht nur den Obdachlosen Berliner Straßen schenken wir viel zu wenig Gehör. Welchen vergessenen Stimmen dieser Stadt sollten wir schleunigst häufiger zuhören?
Das Pandemie-Ding
Zeiten ändern sich und Corona ändert die Zeiten. In den kommenden Wochen wollen wir an dieser Stelle Dinge zeigen, die während der Pandemie an Bedeutung gewonnen haben. Heute: Gitte L. und die ersten Sonnenstrahlen.
„Schon mal den Sommerurlaub 2021 auf Balkonien reserviert.“
Was ist Ihr Pandemie-Ding? Wir freuen uns über Fotos (möglichst im Querformat) inklusive einer kurzen Begründung an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – Burgfrauenstraße (Hermsdorf): Sperrung zwischen Hohefeldstraße und Olafstraße, Fußverkehr darf passieren (bis Ende Juni).
Frohnauer Straße (Hermsdorf): Sperrung zwischen Zühler Weg und Glambecker Weg, Fuß- und Radverkehr frei (bis Ende Juli).
Getraudenstraße/Mühlendamm (Mitte): An der Kreuzung Fischerinsel ist in beiden Richtungen je eine Geradeausspur gesperrt (bis Ende April).
Argentinische Allee (Dahlem): Zwischen Onkel-Tom-Straße und Teschener Weg ist in beiden Richtungen nur eine Spur frei (bis Anfang Mai).
Osdorfer Straße (Lichterfelde): Auf Höhe Woltmannweg/Fahrenheitstraße ist in beiden Richtungen nur je eine Fahrbahn verfügbar (bis Anfang Mai).
Märkische Allee (Marzahn): Auf Höhe Wuhletalstraße ist die Fahrbahn stadtauswärts auf eine Spur verengt (bis Mitte Mai).
Fürstenwalder Allee (Rahnsdorf): Auf Höhe Grünheider Weg ist in beiden Richtungen nur ein gemeinsamer Fahrstreifen befahrbar (je 8-15 Uhr, bis Freitag).
Dorotheenstraße (Mitte): Nächtliche Sperrungen in beiden Richtungen zwischen Ebertstraße und Wilhelmstraße (je 0.30-6 Uhr, bis Samstag)
A113 (Schönefeld-Zubringer): Nächtliche Sperrung stadtauswärts zwischen AS Adlershof und AS Schönefeld-Nord (21-5 Uhr).
BVG: Die Tramlinien 61 und 63 sind zwischen Karl-Ziegler-Straße und S Adlershof unterbrochen, zum Ersatz fahren Busse (bis 10. Mai).
Regionalverkehr: Bis Freitagmorgen fallen jeweils zwischen 20.45 und 4 Uhr die meisten Züge des Flughafen-Express zum BER (FEX) zwischen Berlin Hbf und Berlin Ostkreuz aus. Bitte steigen Sie hier auf die S-Bahnen um. Außerdem wird jeder zweite Zug des RE1 von Werder (Havel) über Golm bis Berlin-Charlottenburg umgeleitet (5-22.30 Uhr), die Zwischenhalte entfallen. Bitte nutzen Sie stattdessen die Züge der S-Bahn sowie der Linien RB 20, RB 21 und RB 22. Zudem kann es auf der Strecke von Berlin-Charlottenburg und Frankfurt (Oder) zu Abfahrtsverspätungen kommen (ebenfalls RE1).
Demonstration – Vor der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie kommen 150 Personen zu einer Demonstration mit dem Titel „Familienaktion: Stoppt die Testpflicht an den Schulen. Mit Aktivitäten für Kinder und Livemusik“ zusammen (11-14 Uhr). Anlässlich der „Räumung des Obdachlosencamps Frankfurter Allee“ protestieren 100 Teilnehmende Am Containerbahnhof in Friedrichshain (7-21 Uhr). Unter dem Motto „Schule muss anders“ demonstrieren 60 Personen im Rahmen einer „Auftaktveranstaltung einer Kampagne zur Veränderung der Schule in Berlin“ (16.30-18 Uhr, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie). „Insektenschutz geht besser“ meint der Deutsche Bauernverband e.V. und protestiert vor dem Paul-Löbe-Haus, es werden 30 Teilnehmende erwartet (11-12 Uhr). „Gegen den Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention“ demonstrieren 15 Personen vor der türkischen Botschaft in der Tiergartenstraße 20 (14-14.30 Uhr). Unter den Eichen sagen „Bürger ihre Meinung zu Corona“, es sind 15 Demonstrierende angemeldet (17-18.30 Uhr).
Gericht – Im Prozess gegen den mutmaßlichen Serienvergewaltiger Sinisa K. (30) wird das Urteil erwartet. Er soll sieben Frauen überfallen haben. Er habe die Opfer meist auf entlegenen Wald- oder Feldwegen von hinten attackiert, gewürgt oder mit einem Messer bedroht (12.00 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 700).
Universität – „Ich weiß, wo Du letzten Sommer gesurft hast“, meint die TU und startet ab 16 Uhr digital in ihre neue Ringvorlesung „Internet und Privatheit“: 11 Wochen lang diskutiert die Universität jeweils montags Datenschutz, E-Learning und KI – zur Zoom-Veranstaltung geht es hier, die Vorlesung ist frei zugänglich.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Dorothee Bär (43), Staatsministerin für Digitalisierung (CSU) / Claus Theo Gärtner (78), Schauspieler / Christiane Heiß (61), Grüne Stadträtin in Tempelhof-Schöneberg / Jürgen Kocka (80), Sozialhistoriker / Andreas Lanninger, Barchef / Andreas Lindner, ADFC-Vorstandsmitglied Radtouren /Robert Viktor Minich (54), Schauspieler / Joachim Sauer (72), Quantenchemiker und Ehemann von Bundeskanzlerin Angela Merkel
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Francesca Brunetta, * 24. Februar 1953 / Erika Jachnow, * 5. Dezember 1923 / Herbert Kretschmann, * 8. September 1941 / Rotraud Machalet, * 1. November 1928 / Dr. Heinz Hermann Mihm, * 1. Mai 1949, ehem. Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Gropiusstadt / Gabriele Ritter, * 29. Dezember 1939
Stolperstein – Emma Bry wurde am 3. Februar 1871 in Schöneck (Westpreußen) geboren. Mitte September 1942 wurde die Kauffrau nach Theresienstadt deportiert, wo sie heute vor 77 Jahren ermordet wurde. Im Rodelbergweg 12 im Ortsteil Baumschulenweg liegt zu ihrem Gedenken ein Stolperstein.
Encore
Keine Clubs, keine Bars, keine Konzerte – aber Pankow soll jetzt „Straßen-Klaviere“ bekommen. Das jedenfalls wünscht sich die SPD in einem Antrag an das Bezirksamt. Und der Checkpoint würde sich wünschen, dass an jedem dieser Klaviere Igor Levit spielt – und zwar auf allen gleichzeitig!
Das Stadtleben hat für Sie heute Lotte Buschenhagen zusammengestellt, Cristina Marina war unserer Frühproduzentin, und morgen begrüßt Sie hier Anke Myrrhe – bis dahin,
