wir beginnen wieder mit einem kurzen Blick auf die Ereignisse der Nachtstunden:
+++ Der ukrainische Präsident Selenskyjnennt Zerstörung in Mariupol schlimmer als Tschetschenien. Die östliche Hafenstadt wird seit Wochen von Russland bombardiert. „Alle Ein- und Ausgänge der Stadt Mariupol sind blockiert“, sagte er in einer Videoansprache.
++ Bundeskanzler Olaf Scholz hat betont, dass weder die Nato noch US-Präsident Joe Biden einen Regierungswechsel in Russland anstreben. US-Außenminister Antony Blinken habe klargestellt, dass Biden keinen Sturz von Putin gemeint habe, sagte Scholz.
+++ Vor den anstehenden Verhandlungen mit Russland sagte der ukrainische Präsident Selenskyj, er sei bereit zu Gesprächen über eine Neutralität der Ukraine.
Wir haben unseren Servicetext für Geflüchtete („Die ersten Tage in Berlin“) noch einmal aktualisiert – Sie finden ihn hier auf Deutsch und hier auf Ukrainisch.
Auch die Nachrichten aus Berlin sind geprägt vom Krieg in der Ukraine – in den ersten beiden geht es heute mal wieder um die große Frage: Ist Berlin die Hauptstadt der organisierten Unzuständigkeit oder der unorganisierten Überzuständigkeit? Entscheiden Sie selbst.
Fall 1:
120 Menschen aus der Ukraine müssen heute ab 8.30 Uhr Hals über Kopf ihren Zufluchtsort („Hostel Generator“ in Lichtenberg) wieder verlassen – der Krisenstab in der Sozialverwaltung will sie gegen ihren Willen auf andere Bundesländer verteilen, und zwar bürokratisch-korrekt „in Anwendung des Königsteiner Schlüssels“. Mitgeteilt wurde den Geflüchteten lediglich, dass sie von einem Bus-Shuttle abgeholt werden, das Ziel (nach der Übergangsstation TXL): unbekannt.
Die Familien (45 Haushalte) stammen alle aus ukrainischen Partner-Gemeinden der Lichtenberger Freikirche „Hand der Hilfe“, hier waren sie zunächst untergekommen. Im Bezirk hatte sich ein großer Kreis der Stadtgesellschaft für sie engagiert (darunter Privatleute, Unternehmen wie Rewe und die Sparkasse, der Tierpark und die Mannschaft der „Eisbären“), im Abgeordnetenhaus votierte der Petitionsausschuss mit den Stimmen aller Parteien für einen Verbleib der Menschen in Berlin, und „Unter 3“, also nicht zitierbar, halten führende Politiker der Koalition die Umverteilungsaktion für zu hart und unnötig. Alles vergebens: Niemand sieht sich in der Lage, den „Königsteiner Schlüssel“ in die andere Richtung zu drehen – heute wird hier Platz gemacht.
Der Lichtenberger CDU-Abgeordnete Danny Freymark, Mitglied im Petitionsausschuss, sprach gestern noch mit einigen der verzweifelten Geflüchteten vor ihrer Weiterreise ins Ungewisse, dem Checkpoint sagte er am Abend: „Das ist einfach unfassbar bewegend.“ Die letzte Hoffnung: dass es kurzfristig neue, zumindest mittelfristig nutzbare Unterkunftsangebote in Lichtenberg und Umgebung gibt. (Kontakt: Christliche Gemeinde, Moritz Maier, adk25@gmx.de / Danny Freymark, freymark@cdu-fraktion.berlin.de)
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Holländischer Griff schützt Radfahrer
Unachtsam geöffnete Autotüren sorgen für schwere Unfälle mit Radfahrern. Richtig gemacht: Die Fahrertür wird von innen mit der rechten Hand geöffnet, der Blick geht nach hinten. So werden Radfahrer schneller gesehen. Ein Tipp von der Unfallkasse Berlin – der gesetzlichen Unfallversicherung für das Land Berlin
www.unfallkasse-berlin.de
Seit Kriegsbeginn helfen Freiwillige („Ukraine Arrival Support“) an den Stützpunkten der Malteser bei der Ankunftsbetreuung, der Vermittlung von Unterkünften und mit Fahrdiensten. Am Sonntag kam einer der Fahrer zu seinem planmäßigen Einsatz am ZOB – und musste feststellen, dass ihm sein Einsatz aufgrund einer behördlichen Anordnung nicht mehr erlaubt ist: Die Helfer benötigen ab sofort einen Personenbeförderungsschein, so wie „geschäftsmäßige“ Chauffeure von z.B. Taxis und Krankenwagen.
Dem Checkpoint sagte der verhinderte Helfer:
„Das Vorgehen der Berliner Behörden ist skandalös. In Zeiten wie diesen, wo es auf schnelle unbürokratische Hilfe ankommt, wo hunderte Freiwillige Zeit, Geld und Herzblut investieren – in solchen Zeiten zieht die Bürokratie ihre Verwaltungsvorschriften durch? Ich habe am Donnerstag eine junge Ukrainerin und ihre Großmutter gefahren. Die 85-jährige Dame wurde bombardiert, hat dabei Brandverletzungen erlitten und wurde samt Hund von ihrer Enkeltochter aus der Ostukraine herausgeholt. Ich habe die Damen vom DRK-Krankenhaus Westend zu ihrer Unterkunft gefahren. Wenn es nach den Berliner Behörden gegangen wäre, hätte ich den beiden nicht helfen dürfen.“
Es kommentiert der Chemie-Nobelpreisträger Richard R. Ernst: „Wenn es einen Nobelpreis für Bürokratie gäbe, würde er oft nach Deutschland gehen.“
Wir schalten um ins Schloss Bellevue, wo Frank-Walter Steinmeier (z.Zt. an Corona erkrankt) ein Solidaritätskonzert veranstalten ließ – u.a. mit Künstlern aus der Ukraine, Deutschland und Russland, die alle nicht für ihr Land auftraten, sondern „Für Frieden und Freiheit“, und dabei u.a. Stücke russischer und ukrainischer Komponisten spielten. Für den ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk „ein Affront“ – er schlug eine Einladung aus: „Mein lieber Gott, wieso fällt es dem Bundespräsidenten so schwer zu erkennen, dass solange russische Bomben auf ukrainische Städte fallen und Tausende Zivilisten Tag und Nacht ermordet werden, wir Ukrainer keinen Bock auf ‚große russische Kultur‘ haben. Basta.“
Das ist verständlich, einerseits (und wer meint, sich immer wieder über den Tonfall des Botschafters echauffieren zu müssen, was ja einige tun, auch Funktionäre der deutschen Regierungsparteien: Wie kalt muss man sein, um vom sichereren Sofa aus mit dem Vertreter von Opfern eines Vernichtungskriegs über verbale Stilfragen zu diskutieren?).
Andererseits: Kriegsopfer aus der Ukraine, aber auch Kriegskritiker und Oppositionelle aus Russland brauchen Schutz – und eine sichere, unabhängige Bühne. Wir bieten deshalb geflüchtete Journalistinnen und Journalisten aus der Ukraine und aus Russland die Möglichkeit, von Berlin aus weiterzuarbeiten – in aller Freiheit, in ihrer Sprache. Wir richten den Kolleginnen und Kollegen dazu eigene Arbeitsplätze beim Tagesspiegel ein und stellen ihnen ein festes monatliches Honorar zu Verfügung.
Wer Interesse daran hat, schickt uns bitte eine kurze Bewerbung, einen Lebenslauf und den Nachweis der bisherigen journalistischen Tätigkeit (z.B. Link zu einer Webseite mit Texten oder 2-3 Arbeitsproben) an die Mailadresse hilfsprojekt@tagesspiegel.de. Bewerbungen können auf Ukrainisch, Russisch, Deutsch oder Englisch verfasst werden. Den Link zum Projekt finden Sie hier – in deutscher, ukrainischer und russischer Sprache. Bitte auch gerne weiterleiten. Danke.
Kurz nochmal zurück zu Andrij Melnyk – für die FAZ (Sonntagszeitung) hat Livia Gerster ein beeindruckendes Portrait des Botschafters geschrieben – darin auch folgender Absatz über deutsche Spitzenpolitiker:
„Am Morgen hatte Putin die Ukraine überfallen, am Nachmittag saß Robert Habeck bei ihm auf dem grünen Ledersofa und war „am Boden zerstört“. Bitter und beschämt, weil er sich von seiner Partei kleinkriegen ließ, als er im Sommer Waffen für die Ukraine gefordert hatte. Es war ein grundlegend anderes Gespräch als jenes mit Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, die hauptsächlich besorgt war über ihr öffentliches Bild. Oder das mit Finanzminister Lindner, der mit „so einem höflichen Lächeln“ dasaß und redete, als sei die Niederlage der Ukrainer längst besiegelt. „Euch bleiben nur wenige Stunden“, habe er gesagt. Waffen zu liefern oder Russland von SWIFT auszuschließen sei sinnlos. Stattdessen wollte er nach vorn schauen, auf das, was Lindner für vorn hielt: eine von Russland besetzte Ukraine mit einer Marionettenregierung. Melnyk sagt: „Das war das schlimmste Gespräch in meinem Leben.“
Das öffentliche Bild von Christine Lambrecht (siehe oben) hat übrigens eine kleine, kosmetische Auffrischung bekommen – nur einen Tag nach Kriegsbeginn saß die Verteidigungsministerin um 10 Uhr morgens gut beschützt von ihren Bodyguards in aller Ruhe im Tiefgeschoss der Friedrichstadtpassage zur Maniküre bei „Le Nails“. Um 11 Uhr ging‘s dann nach nebenan in die „Galeries Lafayette“. Stilfragen (siehe oben) lassen sich in Kriegszeiten eben auf die eine andere Art regeln. Es kommentiert Jean-Paul Sartre: „Ins Exil gehen heißt, seinen Platz in der Welt verlieren.“
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In „Septemberherz" erzählt
Klaus Hoffmann poetisch seine Berliner Geschichte, von den ersten Auftritten in West-Berliner Szenekneipen bis zur großen Show in der Berliner Philharmonie. Dabei bewegen sich die strahlenden Akustik-Arrangements zwischen Chanson, Jazz, Latin und Pop. Am Flügel begleitet von Hawo Bleich.
05. – 09. April | BAR JEDER VERNUNFT
Wir kommen zur Reihe „Theorie vs. Praxis“, Thema heute: Schulabbrecher wegen mangelnder Fähigkeiten u.a. im Fach Deutsch.
Theorie: „Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie hat umfangreiche Maßnahmen zur sprachlichen Förderung und Bildung entwickelt und umgesetzt, die in der Kita beginnen und in der Schule fortgesetzt werden.“ (Sts Alexander Slotty, Drucksache 19/11131).
Praxis: Die Zahl der Schulabbrecher ist heute höher als im Schuljahr 2015/16 (und das, obwohl es in den Corona-Jahren keine MSA-Prüfungen gab), die Sprachtestpflicht für „Nichtkitakinder“ wird nicht kontrolliert oder sanktioniert, in der neunten Klasse erreicht ein Drittel der Schülerinnen und Schüler nicht mal die Mindeststandards, ein Fünftel ist am Ende des Schulbesuchs wegen völlig unzureichender Leistungen beim Lesen und Schreiben nicht berufsbildungsfähig.
Um die Sprachentwicklung in den Kitas zu fördern, hat Ex-Staatssekretärin Sawsan Chebli gemeinsam mit ein paar anderen Engagierten einen Sprachpatenverein gegründet – vor allem benachteiligten Kindern soll so geholfen werden, mit besseren Chancen in der Schule zu starten. Falls Sie Zeit und Interesse haben, daran mitzuwirken, können Sie sich bei der Mailadresse kontakt@sprachpat-innen.berlin melden (Zeitaufwand ca. 2 halbe Tage/Woche).
Welche Möglichkeiten es gibt, die Berliner Schule insgesamt besser zu machen, vor allem aber auch, wie hier die Frühförderung effektiver zu gestalten ist, haben meine Kollegin Susanne Vieth-Entus und ich für unser gerade veröffentlichtes Buch „Klassenkampf“ recherchiert. Am vergangenen Donnerstag haben wir es in der Urania vorgestellt, moderiert vom Bildungsexperten Jan-Martin Wiarda. Eine Video-Aufzeichnung der Veranstaltung können Sie hier sehen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Gewonnen! Am Samstag fragten wir nach dem Beruf zu dieser Ausschreibung „Hohe Team- und Kommunikationsfähigkeit“ sind für diese Arbeit „in operativer Verantwortung“ und „mit scharfen Waffen“, darunter auch „Gaskanonen“ Voraussetzung, Kenntnisse in Word, Excel und Powerpoint erwünscht. Ausgeschrieben war die Stelle eines/r Mitarbeiter/in des/der c) „Bird & Wildlife Control“ am BER, richtig!
Wenn Ihnen am 25. März das Gesundheitsamt schreibt, dass Sie sich wegen der am 25. Januar nachgewiesenen Infektion in Isolation zu begeben haben, und zwar bis zum 4. Februar – dann sind Sie in Berlin.
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Thaddäus Jehle von der Grünen Jugend Reinickendorf ist empört: Für eine Kugel Eis musste er in Mitte 2,40 Euro zahlen, plus 50 Cent für die Streusel, und jetzt fragt er: „Wo bleibt die Eispreisbremse, Herr Lindner?!“
Eine Spritpreisbremse hatte u.a. Saarlands MP Tobias Hans per Video gefordert – und jetzt muss er an der Tanke demnächst auch noch selbst bezahlen: Nach der Landtagswahl gestern bekommt die SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger seinen Dienstwagen (oder einen neuen): Die SPD holte mit 43,5 % die absolute Mehrheit (plus 13,9).
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Hurra, die Checkpoint-Weine sind da. Wir haben zusammen mit dem Winzerkeller im badischen Sasbach zwei ganz besondere Tropfen in hübschen Flaschen gefüllt.
Tovia Ben-Chorin war ein Vorbild im interkulturellen Dialog, gemeinsam mit seinem Vater gründete er in Jerusalem eine progressive jüdische Reformgemeinde, von 2009 bis 2015 war er Rabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. In der vergangenen Woche ist Tovia Ben-Chorin, den Weggefährten als liebevolle, enthusiastische Persönlichkeit in Erinnerung behalten werden, im Alter von 86 Jahren gestorben.
Neuer Job für Beate Stoffers: Die Ex-Bildungsstaatssekretärin geht raus aus Politik und Verwaltung und übernimmt am 15. Mai von Stefan Richter die Geschäftsführung der Stiftung Zukunft Berlin.
Aus der Reihe „Berlin, aber findig“: Sie vermissen eine Tarantel oder Vogelspinne und wohnen in Friedrichshain? Dann kann Ihnen hier vielleicht das Portal „Notes of Berlin“ weiterhelfen.
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Haben Sie schon mal etwas von Bubble Ball gehört? Von Arrow Tag oder Animal Flow? In der neuen Ausgabe des Magazins Urban Sports stellt die Redaktion die besten urbanen Trendsportarten vor und blickt sportlich ins Frühjahr, auf Kletterfelsen und zum Halbmarathon. Bevor Sie mit den Leibesübungen starten, stöbern Sie doch mal im Smart Magazine!
„Berlin kann gar nicht genug Liebe bekommen“, meint Anke Myrrhe – und freut sich über die Umbenennung der Bülowstraße in Bülovestraße (hier zu sehen).
Neu! Den Checkpoint gibt’s bald auch auf die Ohren: Am kommenden Montag startet unser Podcast „Berliner und Pfannkuchen“. Zunächst dreimal die Woche sprechen Ann-Kathrin Hipp, Anke Myrrhe und ichpünktlich zum Feierabend über all das, was Berlin bewegt (und was sich nicht bewegt) – und zwar anhand von Sprachnachrichten. In jeder Folge empfangen wir drei: von Politikerinnen, Nachbarn, Kreativen, Originalen – und von Euch. Ihr wollt dabei sein? Schickt uns Eure Nachricht an die Nummer für jeden Berlinspaß und -kummer: 0172 9939576. Egal ob Ihr eure Oma grüßen, einen Heiratsantrag machen, einen Lieblingsort küren, eine Stadtanekdote erzählen oder den neuesten Senatsbeschluss kritisieren wollt: Hier habt Ihr die Möglichkeit – jeweils eine Minute in unserem Podcast gehört Euch. Montags, mittwochs und freitags, immer ab 17 Uhr.
Zitat
„Es zeichnet sich ab, dass wir die Aufnahme von Verhandlungen mit Streiks lautstark auf der Straße einfordern müssen.“
Die GEW nutzt ihre letzte Chance, vor der näherkommenden Verbeamtung von Lehrkräften (die dann nicht mehr streiken dürfen) für ihre Forderung nach einem „Tarifvertrag Gesundheitsschutz“ und garantiert kleineren Klassen mit Arbeitsniederlegungen zu kämpfen.
Tweet des Tages
Gut zu wissen: Das Saarland ist 2.569,69 Quadratkilometer groß. - Zum Vergleich: Das entspricht ziemlich genau der Größe des Saarlandes.
Stadtleben
Draußenlunch – Ein bisschen Berlinkitsch muss sein! Das passende Lunchpaket zum Knabbern am romantischen Urbanhafen erstehen Hungrige drei Schritte weiter am Wassertorplatz: An neuem Standort lässt das Goldadelux unzählige israelische Sabich-Sandwiches in stets neu verziertem Papier über seine Theke wandern. Seit Januar pflegt der Imbiss kein nomadisches Pop Up-Dasein mehr, sondern hat endlich eine dauerhafte Bleibe am Erkelenzdamm 45 gefunden. Ein Pitabrot mit Gemüse, Salsa, Ei und Tahini gibt’s hier für 6,50 Euro, alternativ werden süße Brioches mit Popcornsauce verputzt (5,50 Euro). Meine Kollegin Corinna von Bodisco urteilt: „am liebsten jeden Tag“ – wenn das kein Grund für einen Spaziergang ist? Fr-Mo 12-19 Uhr, U-Bhf Kottbusser Tor
Neu in Marzahn – Wer Fernweh und Wanderlust zu bändigen sucht, macht sich auf in die Gärten der Welt – in Pandemiezeiten längst kein Geheimtipp mehr. Noch unbekannt ist jedoch der neue Audiowalk, der am Samstag seine Park-Premiere gefeiert hat: In 90 Minuten tourt der Hörspaziergang „Kleine Weltreise“ einmal quer durch das ganze Areal – nicht zuletzt durch die japanischen, orientalischen und koreanischen Gärten und das Gartenkabinett Libanon, da am Wochenende allesamt ihre Tore zum Frühling aufgestoßen haben. Die Audioguides sind kostenlos am Besucherzentrum (Blumberger Damm 44) zu entleihen, eine Tageskarte gibt’s für sieben Euro. Geöffnet 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit
Rausfahren – Nur schnell raus aus dem Großstadtstaub! Wer dem Smog entfliehen mag, fährt zum Wandern in den Süden: Direkt an der Grenze zu Sachsen thront die höchste Erhebung Brandenburgs. Dass die Heidehöhe gerade mal 201,4 Meter misst, ist beim Angeben Nebensache – erklimmbar ist der Hügel über den acht Kilometer langen Heideberg-Rundweg, der durch weite Felder und dichte Kieferwälder mäandert. Wander-Highlight ist der hölzerne Heidebergturm, von dem selbst Elbsandsteingebirge und das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig (!) erspäht werden können: Geöffnet ist rund um die Uhr, zur Wegbeschreibung hier entlang. Wanderstart: Denkmalplatz, 04932 Gröden
Grübelstoff – Sonne, Pollen und partout kein Tropfen Regen: Erinnern Sie sich an einen Berliner Frühling, der so trocken war?
Berlin heute
Verkehr – A100 (Stadtring): Sperrung der Ausfahrt Gradestraße (A100 Fahrtrichtung AD Neukölln), bitte weichen Sie auf die Ausfahrten Tempelhofer Damm oder Oberlandstraße aus (bis 8. April).
Eberswalder Straße (Prenzlauer Berg): Sperrung für den Kfz-Verkehr zwischen Oderberger Straße und Schönhauser Allee, eine Umleitung über Schivelbeiner Straße ist eingerichtet (bis 8. April).
Hellersdorfer Straße(Kaulsdorf): Sperrung in Richtung Heinrich-Grüber-Straße zwischen Gülzower Straße und Schmidtstraße, Fuß- und Radverkehr frei.
Gotzkowskystraße (Moabit): Zwischen Alt-Moabit und Zwinglistraße ist für beide Richtungen nur eine gemeinsame Spur verfügbar (bis 8. April).
Hönower Straße (Mahlsdorf): Am Jaques-Offenbach-Platz regelt eine Baustellenampel den Verkehr. Die Giesestraße und die Ridbacher Straße sind zudem von der Hönower Straße getrennt (bis November).
Gesamtes Stadtgebiet: Auch heute kommt es aufgrund diverser Demonstrationen zu Verkehrsstörungen, besonders betroffen sind Mitte, Wedding, Köpenick, Tegel und Spandau.
A100/A111: Nächtliche Sperrungen in Fahrtrichtung Wedding/AK Oranienburg von der AS Schmargendorf bis zum AS Jakob-Kaiser-Platz bzw. AS Heckerdamm (22-5 Uhr, erste Zufahrtssperrungen ab 20.30 Uhr).
BVG: Die U5 hält in Richtung S+U Hauptbahnhof nicht an der Haltestelle Cottbusser Platz, bitte fahren Sie bis Kienberg (Gärten der Welt) und von dort zurück. Die U6 fährt in Richtung U Alt-Mariendorf am U-Bahnhof Ullsteinstraße durch, bitte fahren Sie hier bis zum U Westphalweg und dann zurück. Die U9 ist zwischen S+U Zoologischer Garten und S+U Rathaus Steglitz unterbrochen, es fährt ein Ersatzverkehr. Außerdem fahren die TramlinienM5, M8 und M10 bis zum 11. April nicht zwischen U Naturkundemuseum bzw. Kniprodestraße/Danziger Straße (M10) und S+U Hauptbahnhof, alle Ersatzrouten finden Sie hier.
S-Bahn: Die S3 ist in den folgenden zwei Nächten (je 22-1.30 Uhr) zwischen Olympiastadion und Spandau unterbrochen, in diesem Abschnitt fährt nur die S9 im 20-Minutentakt. Bitte nutzen Sie auch die U7.
Regionalverkehr: Der RE3 fährt nicht zwischen Schwedt (Oder) / Angermünde und Berlin Hauptbahnhof, bitte weichen Sie auf die Busse bzw. die S2 aus.
Demonstration – Neben diversen inoffiziellen Aufrufen zum Protest gegen die Coronamaßnahmen ist die Demonstration „Ende aller Maßnahmen? April, April!“ mit 400 Personen rund ums Köpenicker Schloss angemeldet (17.45-20 Uhr). Den Coronaprotesten tritt eine Reihe Gegendemos entgegen, etwa die Kundgebung „Gemeinsinn leben. Demokratische Werte schützen“ in der Stargarder Straße (17.30-19 Uhr, Initiative Gethsemanekiez) sowie die satirische Aktion „Es kann nur Eine geben! Es kann die Befreiung der Arbeiter:innenklasse nur Sache der Reptiloiden sein!“ auf dem Rosa-Luxemburg-Platz (17-21 Uhr, „Antiverschwurbelte Aktion Interstellar“). „Gemeinsam gegen Covid-19“ protestieren Angehörige der Partei Die Linke Marzahn-Hellersdorf (18-21 Uhr, 50 Personen), „für ein solidarisches Miteinander“ gehen weitere 30 Menschen auf die Karl-Marx-Straße (17.30-18.30 Uhr). Unabhängig von Corona protestiert der Landesverband des Berliner und Brandenburger Verkehrsgewerbes unter dem Titel „Die Explosion bei den Energiepreisen und der Fachkräftemangel werden zunehmend zu einer Gefahr für die Existenz der mittelständischen Transportunternehmen“ rund um die Invalidenstraße (9-13 Uhr, 150 Teilnehmende). In „Erinnerung an den XI. Osttransport von Moabit nach Piaski“ kommen 100 Personen in der Ellen-Epstein-Straße zusammen (18-20 Uhr). Zur Kundgebung „Situation der Ortskräfte des spanischen Auswärtigen Dienstes, Forderung von Tarifverhandlungen nach 13 Jahren ohne Gehaltserhöhung“ versammeln sich 30 Menschen auf dem Pariser Platz (11-12 Uhr).
Gericht – Der Prozess gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder um mutmaßliche Straftaten wie versuchte schwere räuberische Erpressung zum Nachteil von Rapper Bushido wird fortgesetzt (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 500).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Bettina Behle, „Liebe Bettina, zu deiner Rückkehr in deine Wahlheimat Berlin und zu deinem Geburtstag gratulieren dir herzlich Elisabeth und Rainer“ / Stephan-Andreas Casdorff, publizistischer Herausgeber des Tagesspiegels und ehem. Chefredakteur, „mit den herzlichsten Grüßen von Team Checkpoint!“ / Detlev Ganten (81), Mediziner / „Simply the best! Achim Gohl zum 65. alles Liebe und Gute von allen Gohlis“ / Philipp Heinisch (77), „Karikatjurist, mit den besten Wünschen für deine Gesundheit und weiterhin viele zündende Ideen, Martin“ / Clara Herrmann (37), Bezirksbürgermeisterin Xhain (Grüne) / „Hartmut Holland, kluger und eigenwilliger Herzensfreund – ich gratuliere und freue mich auf einen schönen Tag! Isa“ / Peter Hladik (81), Schauspieler / Volker Lüdecke (61), Theaterautor und Schauspieler / Ute Trillmich, Psychoanalytikerin, „Alles Gute für meine Lieblingsexcopilotin!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Egon Brinkmann, * 1. Juni 1944 / Prof. Dr. Matthias Eberle, * 23. April 1944, Kunsthistoriker / Ullrich Heilgendorff, * 6. März 1925 / Karl-Heinz Holtmann, * 5. März 1939
Stolperstein – Julian Jaskulski wurde am 20. Oktober 1905 in Breslau / Wrocław geboren. Später lebte er in der Wilmersdorfer Landhausstraße 5. Ende Februar 1943 deportierten ihn die Nationalsozialisten nach Auschwitz, wo er einen Monat später ermordet wurde – am heutigen Tag jährt sich sein Todesdatum zum 79. Mal.
Encore
Neunzig Minuten zu Fuß durch Mitte, immer am Wasser entlang, ohne eine einzige Ampel? Klar, das geht – wir sind ja hier in Berlin! Los geht’s am Historischen Hafen auf der Inselbrücke, dem nicht mehr ganz so geheimen Geheimtipp für Admiralbrücken-Genervte. Erst zur Jannowitzbrücke, an der Strandbar links und dann immer geradeaus unter den Brücken hindurch bis zur Friedrichstraße. Auf der anderen Spreeseite geht’s zurück, das Bode-Museum bleibt links, wir kreuzen die Linden unterirdisch, wechseln hinterm Außenamt auf die andere Kupfergrabenseite und tauchen unter der Leipziger hindurch zurück auf die Fischerinsel.
Bei schönem Wetter (also z.B. gestern) gab‘s hier bisher auf der „Renate Angelika“ dann immer noch ein, zwei Bier (oder eine Waffel mit Kirschen), aber leider ist die „Hafenbar“ in diesem Jahr immer noch zu. Offenbar steht ein Betreiberwechsel an – die Gastronomie im Schiffrestaurant ist jedenfalls ausgeschrieben, und die „Berlin-Brandenburgische Schifffahrtsgesellschaft“ freut sich auf Bewerbungen. Team Checkpoint übrigens auch - sonst müssen wir unsere Frühjahrsparty noch woanders feiern.
Mächtig Betrieb gemacht haben heute schon mal Lotte Buschenhagen (Stadtleben) und Lionel Kreglinger (Produktion). Wir sehen uns hier morgen früh wieder – bis dahin,
