Checkpoint-Leserin Anja Tuchelt grüßt aus dem Neustrelitzer Kleinseenland und fragt sich, ob sie im Land der tausend Sonnen gelandet ist.

Beach, Berge oder Balkonien – nehmen Sie uns mit! An dieser Stelle zeigen wir während der Sommerferien, wo Sie gerade den Checkpoint lesen. Schicken Sie uns ein Foto mit einem Satz zum Urlaubsort an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin kann zwar nicht mit tausend Sonnen punkten, bietet aber erhellende Einblicke in die Schaltzentren der Demokratie: Die Bundesregierung lädt zum Tag der offenen Tür. Mit dabei sind mehrere Ministerien, das Presse- und Informationsamt und Kanzleramt.
Neben den üblichen Diskussionsrunden und Führungen finden sich im 90-seitigen Programm auch echte Perlen: Beim „Planspiel Kabinettsitzung“ im Kanzleramt können Besucher in die Rollen der Minister schlüpfen, im Raumfahrtministerium Alexander Gerst treffen, im Teddybärkrankenhaus der Charité Kuscheltiere verarzten lassen – oder im Auswärtigen Amt Wein verkosten und Oper hören. Außerdem locken Führerscheinprüfungen im Verkehrsministerium (inkl. MPU, Seh- und Reaktionstests) und ein Kriminalfall im Innenministerium. Alle Highlights finden Sie hier (T+).
Apropos Krimi: Die Mohrenstraße wird nun tatsächlich am heutigen Sonnabend in Anton-Wilhelm-Amo-Straße umbenannt. Das hat das Oberverwaltungsgericht am Abend in einem Eilverfahren entschieden und damit eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts gekippt. Das hatte zuvor dem Antrag einer Bürgerinitiative stattgegeben, weshalb die Absage der Umbenennung sehr wahrscheinlich war (hier geht’s zu den Details). Der Bezirk Mitte legte Beschwerde ein – und bekam Recht. Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (Grüne) sagte bereits am Abend in der RBB-Abendschau: „Es wird morgen die Umbenennung geben und da bin ich mir ganz ganz sicher.“ Der neue Name wird ab 14 Uhr mit einem Straßenfest gefeiert.
Nach dem Sparen ist vor dem Verzicht: Der Entwurf für Berlins Doppelhaushalt 2026/2027 steht, das Motto: Sparen trotz Rekordausgaben. Der schwarz-rote Senat will in den kommenden beiden Jahren mehr als 40 Milliarden Euro ausgeben, das geht nur mit neuen Schulden. Viele Ressorts müssen den Gürtel also (noch) enger schnallen. Die Abgeordneten wühlen sich jetzt durch den mehr als 8000 Seiten langen Entwurf, Änderungen sind noch möglich. Einen Überblick über die wichtigsten Investitionen und Einsparungen finden Sie hier – inklusive aller Ausgabenlisten zum Download.
Sie erinnern sich an das „Geisterhaus“ am KaDeWe? Vor knapp zwei Jahren berichteten wir ausführlich über die Ansbacher Straße 33/35, wo seit Jahren Wohnungen in bester Lage verfallen. Inzwischen gibt es nur noch zwei Mieterinnen, eine ist Marit Gergs. Seit knapp 40 Jahren lebt die 80-Jährige in ihrer Wohnung. „Als ich das erste Mal hier geschlafen habe und dann die Sonne aufging, habe ich mir gedacht: Ich habe fünf Richtige im Lotto.“ Das ist lange her. Inzwischen traut sich Gergs nicht mehr in den Keller, beobachtet Ratten im Hinterhof und Fremde im Hausflur, hat Pfefferspray im Regal und „Wut im Bauch“. Kollege Sönke Matschurek hat sie in ihrer Wohnung besucht.
Und noch eine besonders putzige Familiengeschichte: Die (phasenweise) enorme Sommerhitze setzt auch Mauerseglern zu, immer wieder fallen Küken entkräftet aus ihren Nestern. Bestenfalls landen sie in Wildvogelstationen, die regelmäßig am Limit sind. Der Berliner NABU arbeitet jetzt mit einem Trick: Küken werden in bestehende Mauersegler-Familien integriert, quasi in fremde Nester gesetzt. So haben in diesem Jahr schon 15 verwaiste Mauersegler eine neue Familie gefunden.
Diesen flattrigen Patchwork-Familien widmen wir den heutigen Song auf der Checkpoint-Sommerplaylist: Sister Sledge – „We Are Family“.
Und jetzt: Wochenende! Saskia Kabelitz hat sich durch die Veranstaltungskalender geklickt und die besten Tipps herausgesucht.
SAMSTAG
+ In den Gärten der Welt in Marzahn steigen die „Family-HighlandGames“: Kinder und Erwachsene messen sich in schottischen Wettkämpfen – inklusive Baumstammwerfen, Kartoffeltragen und Fassrollen. Wer im Schottenrock kommt, zahlt weniger Eintritt.
+ Passend zum Europäischen Gedenktag für die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus am heutigen Sonnabend bietet die Menschenrechtsorganisation Memorial Führungen über das Treptower Ehrenmal.
+ „Queens & Flowers“ gibt’s auf dem Open-Air-Drag-Sommerfest im Botanischen Garten mit Live-Musik und Drag-Performances.
SONNTAG
+ Schnelle Pferde erleben Sie beim Finale des 130. Deutschen Traber-Derby in Mariendorf. Der Sieger wird vom Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) persönlich beglückwünscht.
+ In der Ausstellung „Earth’s Shadow, Moon’s Crust“ in der Kunstbrücke am Wildenbruch in Neukölln dreht sich alles um den Erdtrabanten. Am Sonntag laden die Künstlerinnen und die Kuratorin zur Finissage.
+ Einen Mix aus Live-Konzert und Workout gibt’s auf dem Rollfeld des ehemaligen Flughafens Tegel. Musiker spielen auf Lastenfahrrädern, das Publikum radelt hinterher und hört die Musik über Kopfhörer.
SAMSTAG & SONNTAG
+ Berlins ältestes Volksfest lädt zum Rummel-Bummel: Beim Reinickendorfer Schollenfest gibt’s alle Klassiker von Pfeilewerfen über Autoscooter bis Karussell.
+ Im Jules B-Part am Gleisdreieck steigt das „Pistachio Streetfood Festival“ mit Pistazien in allen Variationen – von französischen Crêpes über spanische Empanadas bis zu mexikanischen Tacos.
+ Und nebenan im Beach 61 findet die Strandvölkerball-WM statt, mit Musik, Snacks und Live-Kommentatoren.
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Wir sagen: Auf zur IFA!
Was machen Berlinerinnen und Berliner im September? Technik erleben! Die IFA bringt Roboter, KI, Smart Home & alles, was unser Leben schlauer, spannender und einfacher macht, direkt auf die Messe Berlin. Zukunft entdecken, Knöpfe drücken, Aha-Momente sammeln.
5.–9. September 2025.
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Seitenweise Sommer: Gemeinsam mit Berlins beliebtesten Kiezbuchhandlungen empfiehlt Team Checkpoint in den Ferien täglich ein Buch, das wie für die Hängematte gemacht ist. Heute eine Leseempfehlung aus der „Dorotheenstädtischen Buchhandlung“ aus Moabit. Laut Checkpoint-Leserin Anke Becker-Syed ein Buchladen, „der auch Lokales aus Moabit und mit dem Kriminalgericht Moabit gegenüber gelegen, auch hin und wieder Krimilesungen anbietet“.
Inhaber Klaus-Peter Rimpel empfiehlt von Kamel Daoud „Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung“: „Der namenlose Araber aus Albert Camus ‚Der Fremde‘ bekommt hier eine Identität und eine Geschichte. Eine Geschichte voller Wut, Trauer, Leidenschaft und Poesie. Haorun, der Bruder des Arabers, erzählt. Hintergrund der Geschichte ist der algerischer Befreiungskampf.“ Auch erhältlich im Tagesspiegel-Shop.
Wie war das noch gleich …? Jede Woche können Sie mit dem Checkpoint-Wochenrätsel Ihr Wissen testen. Wie immer gilt: Wer Checkpoint liest, ist klar im Vorteil! In der vergangenen Woche lautete das Lösungswort LANDWEHRKANAL. Danke fürs Mitmachen und viel Spaß!
1. Zum Auftakt Betriebsstörungsbingo: Wegen eines technischen Defekts fuhr die S7 mit gut 20 Personen ohne Halt …
P) … aufs Abstellgleis.
W) … von Potsdam bis Ahrensfelde.
S) … nach Köpenick.
2. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) träumt derweil weiter von der Magnetschwebebahn. Eine ihrer neuesten Strecken-Ideen führt ...
A) … vom ICC zum BER.
T) … rund um das Tempelhofer Feld.
O) … vom Wannsee nach Mitte.
3. Und welche Neuerung ist beim Anwohnerparken geplant?
E) Vignetten nur für Zugezogene
G) Vignetten für Fahrräder
R) Vignetten für mehrere Parkzonen
4. Neues auch im Kampf gegen Sperrmüll: In Nordneukölln kann man jetzt einen Lastenrad-Abholservice buchen. Der Name?
D) „Schrottfink“
K) „Sperrling“
L) „Krempelkrähe“
5. Apropos: Wer Müll illegal entsorgt, zahlt künftig deutlich mehr. Ein Bußgeld wird nun auch fällig für …
K) … verstreute Blumensamen.
A) … Zigarettenasche.
P) … „Zu verschenken“-Kisten.
6. Thema Wohnungstausch: Die landeseigenen Wohnungsgesellschaften wollen in Zukunft Mieterinnen und Mieter bevorzugen, die …
N) … für die Nachmieter Möbel hinterlassen.
R) … außerhalb des S-Bahnrings wohnen wollen.
L) … eine kleinere Bleibe suchen.
7. Nachklapp zur Hitzewelle: Tausende suchten letzte Woche Abkühlung in Berlins Bädern, die meisten zog es ins …
S) … Sommerbad am Insulaner.
A) … Sommerbad Kreuzberg.
T) … Strandbad Wannsee.
8. Berlin, aber vorbildlich: Der Senat hat deutschlandweit …
E) … die sportlichsten Politikerinnen und Politiker.
M) … die abwechslungsreichsten Kantinen.
T) … die klimafreundlichste Dienstwagenflotte.
9. Berlin, aber reich: Es gibt immer mehr Einkommensmillionäre, die meisten wohnen in …
F) … Spandau und Reinickendorf.
L) … Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg.
Z) … Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf.
10. Berlin, aber wild: Wo wurden in diesem Jahr bisher die meisten Wölfe gesichtet?
G) Neukölln
S) Spandau
I) Treptow-Köpenick
11. Und welche Tiere ziehen aktuell laut schreiend durch Parks und Straßen?
U) Junge Füchse
A) Verliebte Waschbären
B) Hungrige Wildschweine
12. Die Panda-Zwillinge feierten Geburtstag! Dass die Tiere Bambus fressen, nennt Kurator Florian Sicks ein „biologisches Wunder“ und vermutet:
C) „Vielleicht war es Faulheit.“
H) „Wahrscheinlich gab es sonst nichts.“
I) „Bambus wollte sonst niemand.“
13. Auch wundersam: ein Whirlpool im Müggelsee. Der Grund für das Geblubber?
D) Unterirdische heiße Quellen
H) Kaputte Trinkwasserleitung
P) Aggressive Welse
14. Und welcher Berliner hat nun eine Wachsfigur bei „Madame Tussauds“?
T) Eisbär Knut
S) Kai Wegner
E) Felix Lobrecht
Senden Sie das Lösungswort an checkpoint@tagesspiegel.de. Einsendeschluss ist Sonntag, 23.59 Uhr. Unter allen Einsendungen mit der richtigen Antwort verlosen wir einen limitierten Checkpoint-Jutebeutel. Viel Glück!
Berliner Schnuppen
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Encore
Fernsehturm, East Side Gallery, Spreedampfer & Co: Team Checkpoint empfiehlt 36 Berlin-Klassiker, die von Touris geliebt und von Berlinern meist gemieden werden. Für alle, die einen Blick über den Kiezrand wagen und ihre Stadt neu entdecken wollen. Heute: ein Streifzug durch den Großen Tiergarten.
Der Tiergarten ist im Verhältnis zu den berühmten Parks anderer Städte eher klein, aber für einen Spaziergang oder eine Programmpause gerade deshalb bestens geeignet. Die kurvig angelegten Wege laden zum gefahrlosen Verlaufen ein, und wem danach ist, kann nebenbei die großartige Berlin-Biographie von Jens Bisky hören. Heute kaum mehr vorstellbar, dass der Tiergarten nach dem Krieg nahezu vollständig gerodet war – in der Not wurden Bäume als Brennholz verfeuert, auf den Brachflächen Gemüsegärten angelegt und Kartoffeln gepflanzt. Seinen Namen hat der Tiergarten übrigens nicht wegen des Zoos am südwestlichen Ende, sondern weil hier zur Befriedigung der Jagdlust des Kurfürsten von Brandenburg in einem eingezäunten Areal Wildschweine und Hirsche ausgesetzt wurden. Friedrich der Große ließ die Zäune 1742 niederreißen und erklärte den Tiergarten zum Lustpark für die Berlinerinnen und Berliner.
Durch diesen Checkpoint sind Nora Weiler (Produktion) und Saskia Kabelitz (Tipps) spaziert, am Montag startet Lorenz Maroldt mit Ihnen in die neue Woche. Genießen Sie das Wochenende und bis bald
