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Weil Berlin noch mal wählen muss: Diesen wichtigen politischen Projekten droht nun der StillstandStreusalz, Hunde-Urin, extreme Trockenheit: Berlin sterben die Bäume wegExpertenanhörung soll den Maskenstreit im Berliner Senat lösen

wir starten ins Wochenende mit einem Überblick der wichtigsten Nachrichten aus Berlin:

+++ Die sehr wahrscheinliche Wiederholung der Abgeordnetenhauswahl führt an manchen Stellen zu politischem Stillstand. Die Koalition hatte bereits viele wichtige Projekte angeschoben – einige werden jetzt gestoppt. Dazu gehören das Wahlalter ab 16, ein neues Mobilitätsgesetz und auch eine dringend notwendige Verwaltungsreform.

+++ Seit Jahren sinkt Berlins Baumbestand. Die Ursachen sind vielfältig: Streusalz, Hunde-Urin, extreme Trockenheit. Bäume wie Birke, Kastanie und Linde haben am Straßenrand bereits ausgedient. Forstleute beschäftigt nun eine Frage: Welche Art hält der Stadt noch stand?

+++ Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) will den politischen Streit um eine Maskenpflicht in Innenräumen mit einer Experten-Anhörung lösen. In der nächsten Senatssitzung am kommenden Dienstag sollen Vertreter der beiden städtischen Klinikkonzerne Charité und Vivantes die Lage einschätzen.

Auf tagesspiegel.de informieren wir Sie über alle Entwicklungen in und rund um Berlin.

Wie die Zeit vergeht! Da geht man eigentlich nur mal kurz aus ins Berghain und als man wieder rauskommt, stellt man fest, dass zwischenzeitlich die gesamte Amtszeit der britischen Premierministerin vergangen ist. Damit dieses Wochenende nicht ganz so flüchtig verfliegt, folgen gleich einige Tipps zur abwechslungsreichen Gestaltung.

Apropos Berghain: Das Wochenende ist ja bekanntlich immer auch Feierzeit! Und am besten feiern lässt es sich natürlich in Berlin.

Mein Wochenende mit

Durchgecheckt

Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.

„Sapperlot nochmal! Vielleicht kennen Sie das: Tagelang laufen Sie mit einer Idee, einer gewiss großen Idee, auf und ab, schlafen mit ihr ein und wachen mit ihr auf. Sie wissen, ich bin Künstler, Landschaftskünstler, aber was fasle ich! Einzig um die Idee geht es hier! Und eine Idee, nun, die ist das Schrecklichste, was einem zarten Wesen wie mir überhaupt widerfahren kann. Hält mich ab vom Alltag, von meinen Verpflichtungen, von allem, was mir lieb und teuer ist. Was das für eine Idee ist, wollen Sie wissen? Aber das ist ja das Furchtbare! Wenn ich sie einfach aufschreiben könnte, hielte sie mich doch nicht so lange auf. Nein, ich habe versucht, sie in die Landschaft zu graben, das liegt mir als Ausdrucksweise näher – habe ich erwähnt, dass ich Landschaftskünstler bin? In den Waldboden bei Frankfurt (Oder). Und ich war noch nicht einmal ganz fertig, als einer kam und eine Art Fenster ebenda aufstellte, wo ich gedachte, weiter zu graben. Zum Borstenraufen! Ich werde mich bei den Verantwortlichen beschweren. Nur, wo finde ich die? Aha, das fensterartige Gebilde, müssen Sie wissen, ist ebenfalls Kunst. Im Rahmen eines Kunstfestivals im öffentlichen Raum aufgebaut, so so. Ein Festival namens Labirynt, polnisch für Labyrinth, mit 80 teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern aus Polen und Deutschland – 80 umherlaufende Ideen! Monument mal! Da mache ich doch einfach mit, habe schließlich auch schon eine. Ich empfehle mich. Mit freundlichen Grunzen.“

Lese­empfehlungen

Wahlsinn – Bei aller lustiger bis frustiger Häme, die Berlin wegen der Neuwahlen erfährt, hat der Wahlsinn auch ganz praktische Konsequenzen für die Stadt, die weit über das Wahlwochenende hinausreichen. Robert KieselChristian Latz und Julius Betschka (T+) haben einige politische Projekte beleuchtet, die nun hängen.

Mystery – Surrealist:innen hatten schon immer ein Faible für Okkultismus und Magie, das selten im Zentrum der Betrachtungen ihrer Werke steht. Anders aktuell im Museum BarberiniNicola Kuhn (T+) berichtet.

Nazis essen heimlich Falafel – Falls auch Sie sich schon einmal über die hier und da auftauchende Anti-Bundeswehr-Werbung gewundert haben: Sebastian Leber(T+) hat herausgefunden, wer und was dahinter steckt.

Wochen­rätsel

Gewonnen! Berlins wohl allerältester Antiquar (nicht zu verwechseln mit Berlins wohl ältestem Antiquar) betreibt sein Gewerbe „durchgehend seit 1976 in Friedenau“, versichert: „Ich höre auch nicht auf!“ und ist bereits stolze 

a) 76 Jahre alt.
b) 78 Jahre alt.
c) 79 Jahre alt.

Tipp: Wer den Checkpoint letzte Woche (ganz) genau las, ist im Vorteil.

Schicken Sie uns die richtige Lösung und gewinnen Sie einen Checkpott.

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Diesen Wochenend-Checkpoint hat Ihnen Cristina Marina (Frühproduktion) auf den Bildschirm gezaubert, am Montag lesen Sie an dieser Stelle von Julius Betschka. Haben Sie ein schönes Wochenende!

Ihr Thomas Wochnik