und herzlich willkommen zum längsten Tag des Jahres. Die kürzeste Nacht haben wir hinter uns, und ich habe den Sonnaufgang beim Schreiben der letzten Zeilen an diesem Checkpoint auf dem Dach genossen, mit Blick auf das Rote Rathaus – und auf die Finanzverwaltung. IUnd deshalb jetzt erfahren Sie hier jetzt exklusiv, was Matthias Kollatz morgens zu sich nimmt:
„Der Finanzsenator verfrühstückt mal eben den Jahresüberschuss 2019“, verrät der Grünen-Abgeordnete Daniel Wesener – und das sind immerhin 1,7 Milliarden Euro. Also ich weiß ja nicht, was Sie so frühstücken, aber ich bin mit ein bisschen Obst und Joghurt zum Kaffee eigentlich ganz zufrieden. Auch dem Linken-Abgeordneten Steffen Zillich schmeckt das überschüssige Geld nicht, und Sie merken schon: In der Koalition knirscht’s mal wieder, und das ist nicht das Müsli zwischen den Zähnen - Kollatz hat ohne Abstimmung mit dem Parlament einen Teil der Einnahmen für 26 Investitionsprojekte verplant. Und schon ist der Ferienfrieden in der Koalition dahin (Wiedervorlage im Herbst).
Alle Mitarbeiter der Berliner Polizei bekamen gestern eine Warnmeldung des LKA, weitergeleitet vom Informationssicherheitsbeauftragten – es geht um per Mail verschickte gefälschte Bußgeldbescheide, die auf eine Website mit Schadsoftware führen. „In großer Zahl“ würden solche Mails an Empfänger in ganz Deutschland verschickt, der Absender lautet „Zentraldient der Polizei, Zentrale Bußgeldstelle“. Die Ermittlungen hat das Cyber-Competence-Center des LKA Brandenburg übernommen, die Website soll „der Homepage der Polizei Brandenburg täuschend ähnlich nachempfunden“ sein.
Der „Bußgeldbescheid“ selbst ist allerdings sprachlich, ortographisch und grammatikalisch zusammengestümpert: „Sie werden beschuldigt als Fahrer, der am 19.06.2019 um 11:19 Uhr in Arcostraße , Charlottenburg folgendes Verbrechen verübt: Sie überstiegen die zulässigen Geschwindigkeitsgrenze ausserhalb geschlossener ortschaften um 14km/h. Geschwindigkeitsbeschränkung: 60 km/h; Festgestelte Geschwindilkeit (abzgl. Toleranz): 74 km/h § 41 Abs 2, § 49 StVO. § 24 StVG.“ Uff. Also so viel Geschwindeligkeit ist ja nicht mal dem schlechtesten Absolventen der Polizeiakademie zuzutrauen. Aber man weiß ja nie, deshalb lautet der Checkpoint-Tipp: Vorsichtshalber allen Bußgeldbescheiden widersprechen – besonders denen aus Brandenburg.
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Zur Reihe „Exponate fürs Berlin-Museum“ heute: die Ampelschaltung Prellerweg (Schöneberg). Am 18. Oktober 2016 wurde hier eine „verkehrsabhänge Steuerung“ in Betrieb genommen, aber leider „war es nicht möglich, zwischen den Lichtzeichenanlagen eine ursprünglich vorgesehene Kommunikation herzustellen“, wie es in der Verkehrsverwaltung heißt. Die Folge: ewig lange Wartezeiten, massive Bürgerbeschwerden. Also wurde die „verkehrsabhängige Steuerung“ wieder außer Betrieb genommen. Was war passiert? Wurde vergessen, den Ampeln das Morse-Alphabet beizubringen? Wurde die beabsichtigte Gleichschaltung aus politischen Gründen sabotiert? Nein, schlimmer: Die Kommunikationsstörung zwischen den vereinsamten Lichtzeichenanlagen ergab sich „aufgrund einer fehlenden Kabelverbindung“. Tja, und sowas zusammenzustöpseln, das dauert in Berlin, zumal offenbar alle verfügbaren Elektriker am BER den Kabelsalat sortieren. Erst jetzt, kurz vor dem dritten Jahrestag, wird das Schweigen der Leuchten beendet – als elektrifizierendes Vereinigungsdatum gab die Verwaltung Ende August bekannt. Es kommentiert Willy Brandt: „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört.“ (Q: Anfrage Florian Kluckert)
Das „besondere elektronische Anwaltspostfach“ der Bundesrechtsanwaltskammer (beA) trägt als Markenzeichen die Worte „Digital. Einfach. Sicher.“ Na, das schauen wir uns doch mal genauer an, und zwar gleich unter der Rubrik „Aktuelle Meldungen“ (chronologisch):
„Am Samstag, den 30.3.2019 wird eine neue Version des beA-Systems installiert.“
„Die Anmeldung am beA kann derzeit vereinzelt fehlschlagen.“
„Die heute vereinzelt aufgetretenen Probleme bei der Anmeldung am beA sind behoben.“
„Anmeldungen am beA sind heute in der Zeit zwischen 15:15 und 16 Uhr vereinzelt fehlgeschlagen.“
„Die heute Nachmittag beseitigten Anmeldeprobleme treten leider aktuell wieder auf.“
„Es treten keine Anmeldeprobleme am beA mehr auf.“
„Im Einzelfall kann es bei der Validierung der Anmeldung noch zu Fehlern kommen.“
„Die Anmeldung am beA ist wieder möglich.“
„Es treten seit ca. 9:00 Uhr leider wieder Störungen bei der Anmeldung am beA auf.“
„Die Anmeldung ist derzeit nicht möglich.“
„Für die Dauer des Updates wird das beA leider nicht verfügbar sein.“
„Die Installation des Updates von im beA eingesetzter Standard-Software-Komponenten war erfolgreich.“
„Die Anmeldung am beA ist derzeit nicht möglich.“
„Die Probleme bei der Anmeldung zum beA sind behoben.“
„Das beA ist leider nur eingeschränkt nutzbar.“
„Nachrichten zu Gerichten und zu Anwälten können zum Teil nicht qualifiziert signiert werden.“
„Das Anbringen qualifizierter elektronischer Signaturen ist wieder störungsfrei möglich.“
„Es treten in einigen Fällen leider weiterhin Probleme beim Anbringen und Prüfen der qualifizierten elektronischen Signatur auf.“
Aber auch diese Checkpoint-Geschichte hat ein Happy End – seit dem 6. Juni verteidigt tapfer eine gute Nachricht ihren Platz an der Spitze der „Aktuellen Meldungen“, sie lautet: „Es treten keine weiteren Störungen mehr auf.“ Vielleicht ist aber auch nur seit dem 6. Juni die ganze Website down.
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Demokratischer Salon „demokratisch lieben“
Das Deutsche Historische Museum und Gesine Schwan laden zu vier Demokratischen Salons ein: Beim dritten Salon am 26. Juni sprechen Ute Frevert, Rosa von Praunheim und Katie Sutton über den Zusammenhang von Demokratie und Liebe, demokratische Geschlechterverhältnisse und queeres Leben in der Weimarer Republik und heute.
26.06., 18.30 Uhr
Eintritt frei
Im Kaskel-Kiez türmt sich nach der Überflutung der Keller seit vergangener Woche der Sperrmüll auf den Straßen – obwohl Bürgermeister Michael Grunst schnelle Hilfe zugesagt hatte. Doch die BSR erklärte in einem Schreiben, es wäre „unfair“, andere Termine dafür abzusagen. Offenbar wird jetzt also auch in Lichtenberg der Ausnahmezustand als Normalfall angesehen. Immerhin: Am Sonnabend kommt das Zeug weg – die Kollegen der Sperrmüllabfuhr opfern dafür ihren freien Tag. Aber Achtung: „Für die Entsorgung von Bauschutt ist die BSR übrigens nicht verantwortlich“, heißt es in dem Schreiben weiter. Dafür ist dann, Moment mal, also das macht doch… oder nein - die auch nicht…
Rudi Kalupa war ein Berliner Original: Blumenhändler und Marktschreier mit Platzverbot am Wittenbergplatz. Zu laut! Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg hat seinen grollenden Stimmausstoß vor 15 Jahren sogar gemessen: 80 Dezibel, 10 mehr als erlaubt. Und als „Rosen-Rudi“ dann auch noch „Himbeer-Hakan“ zum Mitschreien animierte, erklärte Bürgermeister Ekkehard Band: „Jetzt ist Schluss mit lustig!“ Doch Rudi machte noch lange nicht Schluss. Er zog weiter über die Wochenmärkte und durch die Straßen der Stadt, gerne und oft in Schöneberg. Doch jetzt hat ihn, mit 63 Jahren, der Krebs gestoppt.
Die Nachricht von Rudis Tod erfuhr ich gestern Abend von Bettina Rust, die noch vor einer Woche mit ihm telefonierte: „Hast Du Schmerzen?“ - „Ja.“ - „Rudi, Du fehlst uns allen.“ - „Ja“. - „Rudi, gibt es jemanden, der sich um dich kümmert?“ - „Ja.“ - „Kommst Du wieder auf die Beine? Rudi?“ Da gab’s schon keine Antwort mehr. Nicht nur Rudis Rosen lassen heute die Köpfe hängen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Kaum war die Meldung über die geplanten Sicherheitspoller vor dem Abgeordnetenhaus raus (CP von gestern), kamen schon die ersten Ideen zur Verschönerung rein: Aufrüstung zur Wasser-Trinkstation und Klappsitze dranschrauben z.B. Der SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier schlug vor, auf der einen Seite Softeis anzubieten und auf der anderen Seite Glühwein, die Parlamentsverwaltung twittere ein Zapfsäulen-Emoji – erklärte dazu aber sicherheitshalber: „Scherz!“. Ohnehin wird erstmal eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Für die Poller. Ohne Zusatzfunktion.
Das führt uns direkt zu Punkt 17 auf der aktuellen Liste der Lotto-Stiftung über geförderte Projekte, hier aus dem Fachbereich des Regierenden Bürgermeisters: „Zuschuss zur Finanzierung des Einbaus eines Lifts im Haus eines bei dem Terroranschlag vom Breitscheidplatz dauerhaft schwer gesundheitlich geschädigten Ersthelfers.“
Kurz bevor die Grünen das Rote Rathaus, das Kanzleramt und die Weltherrschaft übernehmen, ist Verkehrssenatorin Regine Günther noch schnell Parteimitglied geworden.
Hinweis: Die Meldung „Caputher Orgelsommmer startet am Sonntag“ funktioniert im Radio so nicht.
Regelmäßige Konsumenten des Stressmittels „TXL-Terminal D“ können bei dieser Meldung nur müde gähnen: „Streiks bei Eurowings für Juli angekündigt“ – aha, aber was war das bisher?
Die Protokollabteilung der Polizei hat nicht damit gerechnet, dass es im Sommer Sommerferien gibt – erst als sich fast niemand für ihren Pressetreff am 27. Juni anmelden wollte, ahnte sie, was los ist. Jetzt ist die Sause abgesagt.
Auftrag ist Auftrag: Am U-Bahneingang Schloßstraße in Steglitz haben Handwerker die Treppe repariert - und nur die ausgebesserten Stufen gestrichen. Jetzt sieht’s aus wie ein kaputtes Klavier oder ein verunglückter Barcode. Wenn Sie mal selbst schauen wollen – bitte sehr. In Kreuzberg würden sie das als Kunst am Bau verkaufen und für die Biennale anmelden.
Zur Frage für Berlinkenner: Wie viele Vogelarten werden in Zoo und Tierpark auf Freiflächen gehalten? Na? Ok, das war leicht: Es sind 73. So, und jetzt nennen Sie bitte 5 davon. Zur Überprüfung Ihrer Antwort (müssen Sie schon selbst machen) geht’s hier entlang.
Aus der Reihe „Amt, aber glücklich“ – Checkpoint-Leserin Kerstin K. aus Kreuzberg schreibt: „Was für ein Glück, dass mein Nachname mit K. anfängt. So landeten wir mit unseren Kindern in der Abteilung Tages- und Hortbetreuung des Jugendamts Friedrichshain-Kreuzberg bei Doris Loose. 15 Jahre hat sie uns stets mit am Elternwohl orientierten Pragmatismus durch Kita- und Hortanträge geschleust – auch wenn wir zum x-ten Mal eine Frist versäumt und auf den letzten Drücker noch den neuen Kita-Gutschein brauchten. Nie Vorwürfe, nie Gemecker. Und war Frau Loose nicht da, löste ihre Gruppenleiterin Gabriele Jungclaus im Handumdrehen die verfahrenste Situation. Vielen Dank, Frau Loose und Frau Jungclaus. Mit der Kündigung des letzten Hortantrags endet leider unsere Amtsbeziehung.“ Schöner lässt es sich kaum sagen…
… und ein guter Anlass, mal wieder auf die Terminlage in den Bürgerämtern zu schauen, zumal Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach gerade erklärte: „Wir wollen, dass sich Studierende in Berlin mit Erstwohnsitz anmelden.“ Gute Idee! Sie sind dazu ja sogar auch verpflichtet, wenn sie hier ihren Lebensmittelpunkt haben. Und sie haben auch nicht ewig Zeit dafür: „Innerhalb von 14 Tagen nach Ihrem Einzug müssen Sie sich bei der Meldebehörde anmelden“, erinnert der Senat auf seiner Servicewebsite alle Neuberliner an ihre gesetzliche Pflicht. Also schnell einen Termin machen. „Jetzt buchen“, lockt das Senatsportal, und klick – schon haben wir die Auswahl, berlinweit! Hätten wir die Auswahl… aber schauen Sie selbst.
Wer sportlich ins Wochenende kommen will, kann das mit der Checkpoint-Laufgruppe tun. Wir starten erstmals in Marzahn! Los geht es am Sonnabend um 11 Uhr gegenüber vom S-Bahnhof Wuhletal an der Altentreptower Straße. Nach einem Warm-up mit SCC-Trainerin Angela laufen wir 6 bzw. 12 Kilometer an der Wuhle entlang zum Kienberg. Getränke und ein Auto für Wechselklamotten bringen wir wie immer mit. Und ganz besonders freuen wir uns auf Mayada Al-Sayad – die Olympiateilnehmerin von Rio 2016 im Marathon hat gestern Abend zugesagt. Sonst startet sie für den 1. VfL Fortuna Marzahn, morgen mit Team Checkpoint. Klasse!
Und exklusiv für Abonnenten gibt es hier schon mal die Ankündigung für die nächsten Wochen: Unser Team läuft am Donnerstag, 27. Juni um 19 Uhr am Schloss Charlottenburg, und in der folgenden Woche verlassen wir erstmals Berlin: Am Samstag, 6. Juli, sind wir zu Gast in Potsdam – die Kollegen der PNN laufen natürlich auch mit.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Was soll der Geiz? Alles mitnehm‘n jetzt hier! Alles mitnehm‘n jetzt hier für’n Zeeehnerle!“
Rudi Kalupa, Berlins lautstärkster Blumenhändler, gestorben im Juni 2019 und seitdem vermisst.
Tweet des Tages
Busfahrer: „Sie können hier keine Fahrkarte kaufen.“ – Und jetzt? „Na kaufen Sie keine.“ – Aber ich will gerne mitfahren. „Können Sie ja. Aber ich will Ihr Geld nicht!“ Hach, Berlin…
Stadtleben
Essen im gut angezogenen Grunewaldturm, der schlanke 55 Meter hoch ist, aber für sein Alter (122 Jahre) gar nicht mal so (Back)steinalt wirkt. Am westlichen Rand vom Grunewald, ganz in Havel-Nähe, macht das rote Türmchen eine gute Figur. Aber es kommt ja nicht nur aufs Äußere an, wobei das Restaurant Grunewaldturm dank der hellen Fensterwand auch damit punkten kann. Schlemmen lässt sich hier vor allem Saisonales gut, wie aktuell der Beelitzer Spargel mit Kräuterkartoffeln und Sauce Hollandaise (14,80 Euro) und zum Nachtisch den hausgemachten Apfelstrudel mit Vanillesauce (7,50 Euro). Tipp: Lieber vor dem Essen den Turm hochlaufen (3 Euro) oder nur eine leichte Vorspeise wie das Carpaccio vom Brandenburger Weiderind mit Limonenschmand und Rucola (13,80 Euro) wählen, sonst laufen sich die 204 Stufen doppelt so schwer. Tägl. 10-22 Uhr, Busstation: Grunewaldturm
Trinken – Für ein gutes Tröpfen wäre der eine oder andere sicherlich geneigt, den Planeten zu wechseln. Vor allem, wenn man sich dort umgeben von mediterranem Flair mit einem Glas Wein und vinophilen Köstlichkeiten niederlassen könnte. „Planet Wein“ am Gendarmenmarkt ist so eine Begegnungsstätte, in der es wohl selten eintönig wird - dafür müsste man sich durch ihre 600 Weinsorten probiert haben. Heute okkupiert der Weinladen ab 16 Uhr den Planeten „Österreich“, um mit Ihnen seine offenen „Ösis“ von Wachau bis Steiermark zu verkosten. Dazu gibt’s gegrillte Bratwurst vom Atterseer Ochsen. Na dann, Servus! Unkostenbeitrag 5 Euro. Mohrenstraße 30 (Eingang Charlottenstraße), U-Bhf Stadtmitte
Geschenk – Nach der Ausstellung im dazugehörigen Shop zu stöbern, ist die oligatorische Abrundung eines Museumsbesuchs und Geschenkideen kommen dabei auch fast immer. Sollte der Gang in die Ausstellung mal ausfallen, aber trotzdem akuter Bedarf an Geschenken bestehen, bietet sich der Shopbereich des Museumsportals mit einer Auswahl an Produkten aus den Berliner Museen an. Neben vielen Begleitbänden zu aktuellen und vergangenen Ausstellungen finden sich Bücher (z.B. über die Häuser der Museumsinsel mit all seinen Schätzen für 14,80 Euro) oder DDR-Quizkarten mit Fragen wie: „Durfte man auf DDR-Autobahnen überholen?“, oder „Wollte Helmut Kohl abhauen?“ (4,90 Euro). Wer bei so viel Kultur sofort wieder Lust aufs Museum bekommt, kann sich hier auch den dreitägigen Museumspass für 34 der Berliner Museen sichern - oder verschenken (29 Euro).
Berlinbesuch der etwas anderen Art, allerdings nicht weniger historisch als eine Sightseeingtour durch die Hauptstadt. Denn Berlins historische Friedhöfe bewahren Gräber von Persönlichkeiten, die in Berlin lebten, wirkten und dort ihre letzte Ruhe fanden. An diesen Orten scheint die Zeit stehen geblieben. Zwischen herrschaftlichen Grabstätten und steinernen Engeln findet heute die „Kreuzberger Friedhofsnacht“ mit Konzerten, Lesungen und einem abendlichen Spaziergang zu prominenten Gräbern statt. Los geht's um 20 Uhr auf dem Alten Luisestädtischen Friedhof am Südstern 8-10. Das Programm finden Sie hier. Taschenlampen bitte mitbringen, der Eintritt ist frei. U-Bhf Südstern
„Fête de la Musique“-Special – Berlin feiert am längsten Tag des Jahres den Sommer und die Musik: Traditionell am 21. Juni übernimmt die Fête de la Musique die Stadt, knapp 700 Veranstaltung locken heute auf die Straßen. Unsere Bezirksprofis der Tagesspiegel-Leute-Newsletter haben ihre Highlights für Sie zusammengestellt: In Schöneberg sorgt der Lesbenchor Spreediven um 17.30 Uhr im Belmundo mit einem Repertoire aus Pop, Jazz, Klassik und Folklore für Stimmung, auf der Fête-Bühne am Stadtplatz im Märkischen Viertel ist ab 17 Uhr die Band Ahabs Linkes Bein zu sehen und in Mitte präsentiert um 16 Uhr Antoine Villoutreix seine musikalischen Liebeserklärungen an Berlin und Paris im Centre Français. Das Netzwerk Süd-West Berlin bespielt ab 16 Uhr den Rüdesheimer Platz in Wilmersdorf, z.B. mit Gypsy-Musik und Klezmer von der Band Aero Brass um 18.15 Uhr. Etwas abseits vom städtischen Trubel gibt’s beim Kiezfest Ostseeviertel am Malchower See in Lichtenberg (15-20 Uhr) neben musikalischem Programm u.a. Karussels, eine Mitmach-Rallye und Bogenschießen - bestens geeignet für einen Familienausflug zum Ferienstart.
Noch hingehen – Was kann man in zehn Minuten machen? Brötchen aufbacken, den Geschirrspüler ausräumen, ein Buchkapitel lesen – sicherlich fällt Ihnen auch noch einiges ein. Was aber bedeuten uns heutzutage diese zehn Minuten noch? In „10 für 8“ stehen acht Jugendliche allein im Studio vor einer Kamera und erkunden genau diese Zeit – und Sie können die jungen Leute noch bis Sonntag dabei beobachten. Tägl. 16-20 Uhr, Pflügerstraße 52, U-Bhf Hermannplatz
Mit diesen Tipps wünscht Ihnen Carina Kaiser einen spannenden Freitag!
Prominent verraten
„Eines der wenigen Bilder, die ich von mir mag“, sagt Gerhard Seyfried, der als grafischer Chronist der links-alternativen Szene gilt. Richtig geraten und den Checkpott gewonnen hat diese Woche CP-Leserin Simone Götz. Herzlichen Glückwunsch!
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie.
Berlin heute
Verkehr – Aufgrund der Fête de la Musique ist im gesamten Stadtgebiet mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Wegen eines Konzerts von Bloc Party in der Zitadelle Spandau (Beginn 19 Uhr) besteht im Bereich Am Juliusturm und Zitadellenweg Staugefahr. Die Lindenstraße (Kreuzberg) ist ab 6 Uhr bis vsl. Samstag 22 Uhr in Richtung Axel-Springer-Straße zwischen Am Berlin Museum und Ritterstraße gesperrt. Ab 6 Uhr ist am S-Bahnhof Rahnsdorf die Unterführung unter der Eisenbahnbrücke (Ingeborg-Hunzinger-Straße) in beiden Richtungen bis Mitte Juli gesperrt.
Demonstration – Der Verein „Musik braucht Freiräume“ fordert Freiräume für Musik und Kultur in Berlin und überall, gemeinsam mit ca. 500 Menschen von 10 Uhr bis Mitternacht am Blankensteinpark. Ebenfalls etwa 500 Demonstrierende zeigen zwischen 12 und 15 Uhr mit der Association of the Sudanese in Germany ihre „Unterstützung der revolutionären Bewegung im Sudan“ am Pariser Platz. Die „Interessengemeinschaft gestohlene Kinder der DDR“ veranstaltet heute von 12.30 bis 15 Uhr einen Schweigemarsch zur „Aufarbeitung von DDR-Unrecht“ mit ungefähr 70 Teilnehmenden vom Platz des 18. März zum Großen Stern und wieder zurück. „Der Holzmarkt bleibt öffentlich“ fordern heute ca. 400 Menschen an der Holzmarktstraße 25 zwischen 14 und 16 Uhr. Der Bund für Einsatzveteranen e.V. veranstaltet morgen eine Demonstration von 16 bis 18 Uhr unter dem Motto „Wir für euch - ihr für uns? Wertschätzung für Einsatzkräfte der Bundesrepublik Deutschland“ am Platz der Republik.
Gericht – Gegen zwei 29- und 40-Jährige, die aus Mordlust eine Frau auf offener Straße in Neukölln erschossen haben sollen, beginnt der Prozess. Bei der 25-jährigen Geschädigten habe es sich um die Freundin des jüngeren Angeklagten gehandelt. Den beiden Männern sei es darum gegangen, einen Menschen sterben zu sehen (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 500).
Universität – Ausflug in die digitale Welt. Von 9.30 bis 13 Uhr lädt die Beuth Hochschule für Technik Mädchen von 8 bis 12 Jahren und ihre Mütter zum Programmierkurs „Creative Coding“ ein. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Kostenlose Anmeldung hier. Treffpunkt ist vor dem Jobcenter Mitte in der Müllerstraße 16, S/ U-Bhf Wedding
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Annett Fleischer (40), Moderatorin und Schauspielerin / Elisabeth „Liz“ Mohn (78), Unternehmerin und Stifterin (Bertelsmann) / Benjamin Patch (25), Spieler bei den Berlin Recycling Volleys / Claudia Nehring (40), Pressesprecherin des BDL / Helmut Scholz (65), Politiker (Die Linke), Mitglied des Europäischen Parlaments / Roman Simon (45), Politiker (CDU), Abgeordneter für Mariendorf und Tempelhof-Ost
Sonnabend – Elvira Bach (68), Künstlerin / Wolfgang Becker (65), Filmregisseur / Klaus Maria Brandauer (76), Schauspieler und Regisseur / Javairô Dilrosun (21), Spieler bei Hertha / Ulrich Frei (72), ärztlicher Direktor der Charité / Bernadette Heerwagen (42), Schauspielerin / Ehrhart Körting (77), Politiker (SPD), ehem. Berliner Innensenator / Barbara Luchmann (76), „weiterhin fröhlich, beweglich und reisefreudig, also eine echte ,Goethe-Oldie'“ / Klaus Müschen, „langjähriger Abteilungsleiter Energie und Klimaschutz im Umweltbundesamt, Grüße von Michael Angrick“ / Visa Vie (32), Radiomoderatorin bei Fritz, Schauspielerin, Rapperin
Sonntag – Boris Aljinovic (52), Theater- und Filmschauspieler, ehem. Berliner „Tatort“-Kommissar / Dagmar Biener (73), Synchronsprecherin und Schauspielerin / Ginger Claassen (44), „Liebste Glückwünsche bis nach Kanada von Deiner Kk“ / Ina Czyborra (54), für die SPD im AGH / Urs Jaeggi (88), Soziologe, Schriftsteller und bildender Künstler / Bilkay Kadem (Geb. Öney)(49), Politikerin (SPD), ehem. Mitglied des AGH / Christoph Singelnstein (64), Journalist, Chefredakteur des RBB / Hannes Wader (77), Musiker und Liedermacher
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Dr. Eberhard Groebel, * 5. Januar 1945 / Christoph Niederstadt / Prof. Dr. Jürgen Starke, * 26. September 1937
Stolperstein – Marie von Kleist (geb. Grotthuss, Baronesse von), (Jhrg. 1874) war das Jüngste von 13 Kindern. Ihre Familie flüchtete 1919 aufgrund der Russischen Revolution nach Berlin. Bis zu ihrem Tod im Juni 1944 wohnte sie in der Wohnung im Weddigenweg 70 in Lichterfelde, das kurz vorher bei einem Bombenangriff schwer beschädigt wurde.
Im Tagesspiegel
Er treibt die Genossen vor sich her, ohne Rücksicht auf Umfragen und Wahlen. Kevin Kühnerts Einfluss ist auch so groß, weil die SPD so schwach ist. Nun könnte er in die Parteispitze aufrücken. Lesen Sie das Portrait von Maria Fiedler heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
So, was noch…. Ach Herrje: Heute ist ja der „Internationale Bürohundtag“, Motto: „Dog-in statt Burn-out“. Und der „Bundesverband Bürohund“ rät: „Lernen Sie den Bürohundwert kennen und verbringen Sie einen angenehmen Tag mit dem Kollegen Hund.“ Dazu der Hinweis: „… hilft beim Recruiting“. Und jetzt denken wir mal darüber nach, welche Aufgaben wir dem Kollegen Hund denn so geben könnten… („Der tut nix, der will nur … ‚Schnapp‘ … sorry!“)
Übrigens: Heute ist zufällig auch „Welt-Yoga-Tag“ – vielleicht probieren Sie gleich mal die Figur „herabschauender Hund“ aus. Kann ja nicht schaden. Ich wünsche Ihnen jedenfalls einen picobello Start ins Wochenende, morgen früh servieren wir hier zum Frühstück das Neuste vom Tag und die besten Tipps für 48 Stunden in der schönsten Stadt der Welt (solange die Sonne scheint). Bis dahin,