ob zu Fuß, auf Inline-Skates, im Rollstuhl oder auf dem Fahrrad, ob Sport, Anfeuern oder Protest: Berlin ist an diesem Wochenende unterwegs.
Schon heute werden Tausende auf dem Pariser Platz und vor dem Roten Rathaus im Rahmen des bundesweiten Bildungsprotesttages unter dem Motto „Schule muss anders“ demonstrieren. Hunderte Eltern und Kinder radeln am Wochenende außerdem bei „Kidical Mass“ durch die Stadt und machen sich stark für kinderfreundliche Orte und sichere Schulwege. Am Sonntag steht dann noch Deutschlands bedeutendstes Lauf-Event (und Berlins berüchtigter Wahl-Schreck) an: der Berlin Marathon. Rund 60.000 Sportler:innen aus mehr als 150 Nationen freuen sich auf perfekte Bedingungen: Berlin ist einer Studie zufolge tatsächlich die beste Stadt zum Laufen (T+).
Laufen die Stars und Freizeitsprinter am Sonntag nach 42,195 Kilometern ins Ziel, sehen sie zunächst einmal Rot. Nach der Attacke der „Letzten Generation“ zieren das Brandenburger Tor noch immer Farbreste (alles zur mehr als mühsamen Beseitigung lesen Sie hier). Läuft's blöd, wird auch die Route blockiert: „Ja, wir unterbrechen den Berlin-Marathon“, erklärten die Klimaaktivist:innen am Freitag. Denn: „Vor der Klimakatastrophe können wir nicht davonrennen.“ Jederzeit auf dem aktuellsten Stand sind Sie am Wochenende mit unserem Liveticker.
„Die #Klimakleber handeln kriminell und zerstörerisch. ‚Demokraten‘ bei der ‚Arbeit‘“, twitterte übrigens die Berliner AfD-Chefin Kristin Brinker nach der Farbattacke am vergangenen Wochenende. In aktuellen Umfragewerte liegt der Landesverbandes bei 16 Prozent. Angesichts der klaren bundesweiten Höckisierung der Partei fragt der Checkpoint-Podcast: Wie radikal ist die Berliner AfD? In der ersten (von zwei) Folgen werfen Ann-Kathrin Hipp und Lorenz Maroldt einen Blick auf die Entwicklungsgeschichte der Berliner AfD und schauen, wie sie sich in den parlamentarischen Betrieb eingegliedert hat. Wer sind die wichtigen Player? Wo will die Parteiführung hin? Zur Analyse bitte hier entlang.
Nach diesem spannenden Polit-Thriller empfiehlt sich etwas Abwechslung. Wer an diesem Wochenende weder sportlich noch demonstrierend aktiv werden möchte, der kann sich in der Kunst-, Kultur- und Partyszene austoben. Von der Volksbühne bis zur Neue Nationalgalerie, von der Pop-up-Galerie „Camp Space“ in Mitte bis zur Geburtstagsparty des „Missy Magazine“ im Neuköllner SchwuZ: Auch eine Woche nach der Berlin Art Week ist der Programmkalender gut gefüllt. Einen handverlesenen Überblick (auch mit Tipps zum Drinbleiben) bietet unser Newsletter Tagesspiegel Weekender – hier geht es zur kostenlosen Anmeldung.
Und nun: Das Checkpoint-Wochenrätsel! Das Lösungswort der letzten Woche war WARNSIRENE. Danke fürs Mitmachen und viel Spaß!
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1. Die Klimaaktivist:innen der „Letzten Generation“ setzen neben Blockaden nun auch auf Signalfarben und besprühten das Brandenburger Tor in Rot und Orange. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) kommentierte:
B) „Super Aktion!“
K) „Die Klimakleber werden jetzt zu Klimasprayern. Das werden wir nicht dulden!“
Z) „Das Beschmieren des wichtigen Wahrzeichens unserer Stadt für Einheit und Freiheit (…) ist wirklich das Letzte, was wir akzeptieren können und wollen.“
2. Die Berliner Polizei muss unterdessen noch Fundsachen der Frühjahrs-Proteste loswerden. Zur Abholung stehen bereit:
A) „eine Signalfackel, ein Eimer Betongemisch, ein Banner ‚Wende jetzt!‘, zwei Tütchen Backpulver“
I) „eine orangefarbene Weitwarnweste, ein rotes Transparent ‚Letzte Generation‘, viermal Sekundenkleber und einmal Natron“
E) „einen Maler-Overall, einen Winkelschleifer mit deutlichen Gebrauchsspuren und drei Dosen Kleister“
3. Zurück in die Zukunft geht’s nach Tagesspiegel-Informationen mit folgendem Vorhaben:
F) Das Bündnis „100 Prozent Tempelhofer Feld“ startet einen Volksentscheid gegen die Randbebauung des Tempelhofer Feldes.
L) Die Wahl zum Abgeordnetenhaus wird wiederholt.
E) Die Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ startet einen Enteignungs-Volksentscheid.
4. Apropos retro: Die Berliner SPD hält vom Vorschlag einer Zentral- und Landesbibliothek in der Friedrichstraße wenig und bringt folgenden Standort ins Gespräch:
R) Einen Erweiterungsbau neben der Amerika-Gedenkbibliothek
U) Einen Neubau auf dem Tempelhofer Feld
L) Das ICC am Messedamm
5. Die gute Nachricht: Ein Berliner Langzeitprojekt wurde in dieser Woche erfolgreich abgeschlossen:
G) Die Bauarbeiten auf der Schöneberger Gleditschstraße sind beendet.
J) Die Yorckbrücke Nr. 5 ist für den Rad- und Fußgängerverkehr freigegeben.
A) Die Sanierung des U-Bahnhof Hermannplatz ist vollzogen.
6. Und wo wir gerade dabei sind: Wer einen Termin beim Bürgeramt sucht, könnte ihn schon bald schneller finden. Warum?
U) Berlin soll bis 2025 vier neue Bürgerämter bekommen.
S) Die Vergabesoftware wird mit Künstlicher Intelligenz optimiert.
H) Die Bürgerämter bieten nun Termine bis 22 Uhr an.
7. Wertvolle Einblicke in das Privatleben der Berliner:innen lieferten diese Woche derweil die Berliner Wasserbetriebe: Als es vor knapp zwei Wochen nachts gewitterte, sind auffällig viele Menschen …
C) … in die Küche gegangen, um sich ein Glas Leitungswasser zu holen.
B) … auf die Toilette gegangen, um sich zu erleichtern.
A) … ins Bad gegangen, um zu duschen, da sie nicht mehr schlafen konnten.
8. „Die Letzten werden die Ersten sein“: Als letzter Bezirk Berlins bekommt Marzahn-Hellersdorf schon bald ...
E) ... ein Freibad.
M) ... einen Stadtpark.
P) ... eine Stadtteilbibliothek.
9. „Der Letzte macht das Licht aus“: Welcher Berliner Club muss womöglich aufgrund der Folgen der Inflation schließen?
L) „Mensch Meier“ in Prenzlauer Berg
R) „Wilde Renate“ in Friedrichshain
N) „Humboldthain“ Club im Wedding
Notieren Sie die richtigen Buchstaben und senden Sie das Lösungswort an checkpoint@tagesspiegel.de. Einsendeschluss ist Sonntag, 23.59 Uhr. Unter allen Nachrichten mit der richtigen Antwort verlosen wir einen limitierten Checkpoint-Jutebeutel. Viel Glück!
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Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Ob süß oder sauer, rot oder grün: Die Deutschen lieben den Apfel. Kein Obst wird hierzulande häufiger gegessen. Woher ich das weiß? Selbstverständlich aus eigener Erfahrung. Liegt die beliebte Gartenfrucht im Ganzen auf dem Boden – besser noch, wird sie in kleinen Schnitzen hinterlassen – kann ich gar nicht genug bekommen. Der Legende nach wurde der Apfel als Heilmittel aus Asien mitgebracht. Ihm wurde nachgesagt, dass er auf wundersame Weise das Leben verlängern könne. Nicht umsonst gibt es den Merkspruch „einen Apfel am Tag, nie mehr krank, immer stark“. Ein simpler Tipp für ein Super-Immunsystem. Auf der Suche nach der Vitaminbombe führen mich Hunger und Appetit an diesem Wochenende beispielsweise für einen ausgedehnten Spaziergang zum Schloss Britz. Auf dessen Gutshof wird zwischen 10 und 19 Uhr das vierte historische Apfelfest zelebriert. Das großartige Früchtchen wird dabei in jeglicher Art zubereitet: pur, als Mus, in Saft gepresst oder verarbeitet in anderen Leckerbissen. Kinder können sich zwischen den Mahlzeiten beim Axtwerfen, Ponyreiten oder Bogenschießen verausgaben. Neben der Band „Cocolorus Diaboli“, umgarnt das Trio „Traumfang“ mit ihrem Masken- und Stelzentheater die Gäste. Die Feuershow „Araga Mysteria“ rundet den Samstagabend ab. Nichts wie hin und reinbeißen! Ich empfehle mich, mit freundlichen Grunzen.“ (von Sophie Rosenfeld)
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Nora Weiler (Produktion) hat diesen Checkpoint sicher über die Ziellinie getragen, am Montagmorgen geht hier Margarethe Gallersdörfer an den Start. Ob Marathon, Demonstration oder Sofa - machen Sie sich ein schönes Wochenende!