Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. In diesen Zeiten bleibt er jedoch lieber im heimischen Bau und kocht, aus Gründen der Selbsterhaltung, feine vegetarische Gerichte.
„Ich bin ganz aufgewühlt. Chantal, die Sau von nebenan, ist nämlich ganz beflügelt vom Regenwetter und ja, das war ich anfangs doch auch. Nur muss ich gestehen, dass mir ihre Euphorie etwas zu weit geht. Neulich habe ich mich glatt vor der Haustür verlaufen, weil ich die Umgebung nicht wiedererkannte, nachdem sie sie zerwühlt hatte. Ein andermal wollte ich gerade in einen Apfel beißen, als sie wie ein Schatten angeflogen kam und ihn, für mein bequemes Auge zu schnell, in feinstes Muß verarbeitet hatte. Und das vielleicht größte Problem ist, dass ich schon seit Tagen nichts mehr finde, das ich selbst zerwühlen könnte. Sie wissen doch, die Freiheit der einen sollte da enden, wo die Freiheit des anderen und so weiter. Zum ersten Mal in meinem Leben freue ich mich auf sonnigere Tage – und das entspricht mir nicht. Ich werde mir fremd. Vielleicht wissen Sie Rat? Gestern habe ich mich sogar dabei erwischt, wie ich ganz uneberlich von ihr zerwühlten Bananenmatsch wieder zu etwas Festem verwandelte – so gab es süße vegane Bananenpfannkuchen. Das Gute daran: die waren köstlich. Auch das Apfelmus erhielt so eine Daseinsberechtigung – aber wer zerwühlte Beeren oder Ahornsirup hat, darf sich ebenso freuen. Mit freundlichen Grunzen, ich empfehle mich.“