Mein Wochenende mit
Als Produzent und Multiinstrumentalist haben ihn viele schon unwissentlich gehört. Seit 2007 betreibt Philipp Bellinger die KIM Bar in der Brunnenstraße 10 in Mitte, die am Freitag, 13. März, ihr Dreizehnjähriges feiern wird.
„Samstag werde ich 5 Barnächte hinter mir haben. Und noch eine vor mir. Also werde ich mehr oder weniger ausgeschlafen im Café Fleury frühstücken und Zeitung lesen. Dann muss die Bar auf den Abend vorbereitet werden, was mit erheblichen Fußwegen durch die Rosenthaler Vorstadt verbunden ist, bei denen ich immer wieder Neues entdecke. Rosenthaler, Ecke Linienstrasse, hat zum Beispiel gerade ein neues Restaurant mit Japanese Fusion Kitchen eröffnet. Bisher habe ich noch keine Gäste darin gesehen. Genau wie beim Vorgänger, dem Italien Fusion Diner. Wein für die Bar hole ich im Weinladen der Weinerei (Veteranenstrasse). Die Weinerei bietet seit circa 20 Jahren den Mittellosen und Privatiers der Nachbarschaft ein zweites Zuhause. Natürlich sind die Besucher dort eigentlich alle Filmemacher und Schriftsteller. Meinen Kaffee trinke ich lieber schräg gegenüber im Dave Lombardo, wo man noch rauchen darf. Den Rest des Tages sammle ich Energie für die Barnacht, die im Kim stets unvorhersehbar ist. Den Sonntag beginne ich mit einem Kaffee im Hackbarts. Danach gehe ich spazieren, genieße die entschleunigte Sonntagsatmosphäre und rufe meine Mutti an. Dann nehme ich ein Bad und höre dabei Musik. Dieses Ritual habe ich von Karl, dem ehemaligen Besitzer des Kaffee Burger übernommen, der allerdings laut eigener Aussage in Milch badet. Ich bevorzuge Wasser und Lavendelschaum. Anschließend schaue ich mir Filme an und treffe abends vielleicht eine Freundin in der Melody Nelson Bar oder im Haliflor. Dabei sinniere ich über die bewundernswert widerständige Besenkammer am Alexanderplatz. Seit 1964 scheren sie sich nicht um das Treiben drumherum und sind ohne viel Aufhebens einfach da.“