Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
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„Ach, das Künstlerdasein ist nicht immer leicht. Sie wissen doch, dass ich als Landschaftsarchitekt und Lyriker gerne die Expressionistensau rauslasse – so auch neulich in der Uckermark. Manchmal bietet es sich einfach an: Der Anblick nassen, losen Grunds, noch unverhunzt, mit großem Gestaltungspotenzial – der erinnert mich daran, weshalb ich diesen Beruf als junger Keiler ergriffen habe. Fast schlagen sich meine Hauer von allein in die Erde, ohne viel Nachdenkens und Trara. Wie einst, so schön. Das Werk macht den Schaffensprozess sichtbar, kann als emotionaler Ausdruck, als Gewalt- oder Liebes- oder als naiver Schaffensakt gelesen werden. Aber, wie es in der Kunst nunmal so ist, verstehen nicht gleich alle, was sie da vor Augen haben. ‘Das soll Kunst sein? Schweinerei! Sowas können meine Ferkel doch auch!‘ bekommt man dann zu hören. Oder den schon vor einem Jahrhundert veralteten Besserwisser-Spruch: ‘Kunst kommt von Können‘. Ja, das können sie meinetwegen meinen. Der Kunst zum Trotz. Will man sich als Künstler verstanden fühlen, hat man es eben nicht leicht. Es sei denn, man geht nach Eberswalde, wo man, am Finowkanal flanierend und über den einzigartigen Oberleitungsbus staunend Inspiration tanken kann. Dass da der Eber außerdem schon im Namen wie im Wappen steckt, geschenkt. Neulich trug ich hier Gedichte vor, und das vor gefülltem Saal. Lyrik und gefüllter Saal? Wo gibt es denn sowas? Na in Eberswalde, das kann ich nur empfehlen. Und mich empfehle ich, mit freundlichen Grunzen.“