SPD-Co-Vorsitzende Böcker-Giannini bekommt wohl keinen Listenplatz

Und damit zurück zur SPD. Am Wochenende wollen die Genossen  Steffen Krach endgültig zu ihrem Spitzenkandidaten küren, doch der Parteitag wird vom Eklat um Neuköllns Bürgermeister Martin Hikel überschattet (Checkpoint von gestern).

Im Gespräch mit dem Tagesspiegel sagt Hikel: „Ich muss am Ende im Wahlkampf mein Gesicht für die SPD in Neukölln hinhalten.“ Ein Satz, der Raum für viel Interpretation lässt. Hikels Co-Parteichefin Nicola Böcker-Giannini hofft noch auf einen aussichtsreichen Listenplatz für die Wahl im nächsten Jahr. „Ich würde mir wünschen, einen entsprechenden Platz in meinem Kreis zu bekommen“, sagt sie im Interview. „Das hat aber nichts mit meinem Amt als Landesvorsitzende zu tun.“ Man kann das so sehen. Nur: Wer soll einer Partei vertrauen, die ihr Spitzenpersonal nicht nach vorn schickt?

Und es sieht so aus, als würde Böcker-Giannini die nächste SPD-Spitzenpolitikerin, die von den Genossen eiskalt abserviert wird. In ihrem Reinickendorfer Kreisverband hat die Landesvorsitzende offenbar so wenig Rückhalt, dass sie bei der Listenaufstellung leer ausgehen könnte. Nach Checkpoint-Informationen ist weder der linke noch der konservative Parteiflügel bereit, sie zu unterstützen. Als Direktkandidatin in Heiligensee dürfte sie kaum Chancen haben, hier gewann die CDU zuletzt mit 22 Prozent Vorsprung.

Und wer soll stattdessen auf die Liste in Reinickendorf? Eine Frau mit illustrer Familiengeschichte: Laurence Stroedter, Tochter des Abgeordneten Jörg Stroedter, dem Lebensgefährten von Innensenatorin Iris Spranger. Und die hatte vor zwei Jahren ihre Staatssekretärin im Streit rausgeschmissen: Nicola Böcker-Giannini.