Evers hat sich verformuliert

Wenn jemand wissen sollte, welche Formulierung in eine Stellenausschreibung gehört (und vor allem: welche nicht), dann Stefan Evers. Als Finanz- und damit auch Personalsenator ist der CDU-Politiker Vorgesetzter von rund 130.000 Mitarbeitern der Berliner Behörden. Lesen wir doch mal rein in die Ausschreibung für die Abteilungsleitung, Achtung: Personal. Unter dem Zwischentitel „Ihr Arbeitsgebiet“ heißt es da: „notwendig“ sei eine „besondere Vertrauensstellung zur Hausleitung der Senatsverwaltung für Finanzen“.

Nicht nur beim Grünen-Abgeordneten André Schulze stößt die Formulierung auf Misstrauen: „Der Finanzsenator muss ein sauberes und transparentes Auswahlverfahren sicherstellen und dringend den Eindruck politischer Beeinflussung des Verfahrens beseitigen“, sagte er dem Checkpoint. Ein Ex-Senatsmitglied bezeichnete das Vorgehen der Personalverwaltung als „anrüchig und irritierend“.

Evers selbst versuchte den Verdacht einer Schein-Ausschreibung zu entkräften: „Es wird ganz sicher eine Bestenauslese im besten Sinne stattfinden“, sagte er und verwies darauf, dass die Formulierung bereits in anderen Ausschreibungen verwendet worden war, allerdings nur unter „Hinweise“. Sie stelle nicht auf ein persönliches Vertrauensverhältnis ab, sondern auf die besondere fachliche Verantwortung gegenüber der Hausleitung, ergänzte eine Sprecherin der Finanzbehörde. Darauf kann hoffentlich auch die neue Abteilungsleitung vertrauen.