Sie lehren, wo’s brennt!
Apropos Quereinsteiger: In der Politik haben Sie’s oft schwer. Berlins Bildungssystem dagegen wäre längst kollabiert ohne Menschen, die erst spät in den Lehrerberuf einsteigen. Besonders in Schulen in sozialen Brennpunkten arbeiten viele nicht ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer. Nur: Bräuchte es nicht gerade dort, wo es richtig brennt die erfahrensten Feuerwehrleute?
Eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck, die dem Tagesspiegel exklusiv vorliegt, zeigt: In sieben sogenannten Brennpunktschulen liegt der Quereinsteiger-Anteil erstmals bei mehr als 30 Prozent. Tendenz: stark steigend. Im vergangenen Schuljahr gab es noch 27 Schulen, an denen mehr als 20 Prozent Quereinsteiger unterrichten – nun sind es schon 45. Von 170 auf 200 stieg die Zahl der Schulen, die eine Quote von mehr als zehn Prozent aufweisen. Meine Kollegin Susanne Vieth-Entus hat das ganze Drama um die Lehreinsteiger für Sie aufgeschrieben.
Bildungsexperte Langenbrinck schlussfolgert: Man müsse den Einsatz des ungelernten Lehrpersonals an Schulen „noch stärker steuern“. Bloß: Um kräftig gegenzusteuern, bräuchte es jetzt noch eine spitzenmäßige Steuerfrau. Die bisherige räumt vor allem in Peinlichkeitslisten ab.