Gaspreisbremse steht – aber noch nicht genau fest

Fall auf Knall geht’s hier weiter mit dem Doppelwumms – wie die SPD die neue Strom- und Gaspreisbremse nennt. Vielleicht liest ja Bundeskanzler Olaf Scholz, der bereits rhetorisch mit der Bazooka rumballerte, einfach zu viele Comics. Aber womöglich sollen die großspurigen Worte auch vom bisher kleinteiligen Streit in der Ampel-Koalition ablenken. Unklar ist weiterhin, wie viel Prozent des Gasverbrauchs für Verbraucher und Unternehmerinnen finanziell gedeckelt werden und ab wann die teuren Marktpreise zu zahlen sind. Ganz ohne Wumms dürfte keine Energierechnung dieses Winters bleiben.

Immerhin lernt die Regierung in der Krise dazu. „Es muss darauf geachtet werden, dass die Spitzenverbräuche nicht subventioniert werden“, sagt Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Das ist schon mal ein Fortschritt zum Tankrabatt, dem verpufften Lieblingsprojekt von Finanzminister Christian Lindner (FDP). Eine Übergewinnsteuer für Firmen, die sich an der Krise dumm und dämlich verdienen, sucht man allerdings vergebens. Eines ist zumindest klar: Die umstrittene und im letzten Moment zurückgenommene Gasumlage wird laut Habeck „in die Annalen der Geschichte eingehen“. Als Rumms, der der Regierung mit Wumms um die Ohren geflogen ist.