Avocado-Tartelettes und Pizza: Das Koalitionsverhandlungs-Menü verrät, wohin Berlin steuert
Frei nach der Devise „man ist, was man isst“ liest sich der Menüplan von CDU und SPD für die nächsten Jahre so: Kein reines Stadtrand-Bündnis und auch kein Neustart. Bon appétit. Von Christian Latz.
Gleich zum Start der Koalitionsverhandlungen hatten die Spitzen von CDU und SPD am Donnerstag ordentlich was zu präsentieren: Das 29-Euro-Ticket bleibt, die Verwaltungsreform soll nach den rot-grün-roten Eckpunkten durchgezogen werden. Andere große Brocken standen dafür erwartungsgemäß noch nicht auf der Tagesordnung. Umso mehr interessiert uns daher ein Blick auf den gestrigen Speiseplan. Wo steuert Schwarz-Rot mit Berlin hin? Das Checkpoint-Orakel deutet es aus dem Koalitions-Menü:
Am auffälligsten ist zunächst, was fehlte: Mettbrötchen und Currywurst sucht man auf den Tischen vergeblich. Ganz klar, CDU und SPD wollen nicht als reines Stadtrand-Bündnis daherkommen! Um auch in der Innenstadt anschlussfähig zu sein, gibt’s für die Verhandler als Snacks stattdessen Tartelettes mit Avocado und Limette oder italienisches Gebäck.
Fraglich bleibt, ob das reicht. Lasagne Bolognese und Pizza-Stücke („ein bisschen trocken“ heißt es aus Verhandlungskreisen) zum Lunch klingen jedenfalls noch nicht nach Neustart. Wobei ja viele Berliner erstmal froh wären, wenn die Basics in der Verwaltung klappen würden. Sprich: Vor dem Gourmet-Erlebnis kommt das Satt-werden. Die Chance darauf haben sich CDU und SPD am Donnerstag zumindest noch nicht verbaut. Und so viel können wir für die Speisepläne der kommenden Wochen schon vorwegnehmen: Ans Eingemachte geht es mit Sicherheit auch noch.