Kreml-Unterstützer in der Urania?

Was ist los bei der Urania Berlin? Zuerst sagte die Konrad-Adenauer-Stiftung eine Veranstaltung zum Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine in der Urania ab, weil vor Ort an einem Baugerüst ein Werbeplakat von Hugo Boss hängt – ein Unternehmen, das weiterhin Geschäfte in Russland macht (T+). Dann wurden zwei vermeintliche Auftritte bekannt, die Fragen aufwerfen. Das Portal „artist-production.de“ wirbt zum einen mit einem Auftritt des Schauspielers Pawel Derewjanko in der Urania. Dieser soll bereits zweimal russische Truppen in der Ukraine besucht haben. Das gleiche Portal vermarktet zudem einen Auftritt der Künstlerin Jelena Jakowlewa, die von der Ukraine mit Sanktionen belegt ist.

Auf konkrete Nachfragen des Tagesspiegels zu den beworbenen Auftritten, antwortet die Urania gestern Abend mit einer Pressemitteilung: Dass ein Auftritt von Derewjanko im Haus geplant sei, widerspreche man „energisch“. Es existiere „keine derartige Übereinkunft, und die Urania Berlin prüft derzeit rechtliche Schritte gegen den Künstler und Dritte, die die Urania als Veranstaltungsort für Auftritte dieses Künstlers angeben.“

Den Auftritt von Jakowlewa war tatsächlich geplant. Allerdings sei die Urania „im Vorfeld des Vertragsabschlusses getäuscht worden“. Sie habe den Vertrag daher aufgelöst. Weiterhin erklärt das Haus: „Seit dem Beginn des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine hat die Urania für externe Mieter die Zusicherung zur Bedingung gemacht, dass im Haus weder prorussische Inhalte stattfinden noch Akteurinnen und Akteure auftreten, die sich für den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine oder für den russischen Präsidenten Putin aussprechen.“