Felgentreu hört auf

Zwei Mal in Folge hat Fritz Felgentreu in Neukölln ein Bundestagsdirektmandat für die SPD geholt, zuvor war er lange im Abgeordnetenhaus – nach 20 Jahren will er nun Schluss machen: Gestern veröffentlichte Felgentreu ein Video, gefilmt vor seinem Bürgerbüro am Lipschitzplatz. Er habe Politik immer als Bürgerpflicht angesehen, aber: „Ich sehe auch, dass die Demokratie vom Wandel lebt und davon, dass Mandate auf Zeit vergeben werden. Und in der Abwägung, in der Rückschau und in der Vorausschau habe ich für mich entschieden, dass es genug ist. Und dass es Zeit wird, ein neues Kapitel aufzuschlagen.“

Welches das sein wird, verrät Felgentreu nicht und auch nicht, ob es noch andere Gründe für seinen Abritt am Ende der Legislatur gibt. Bisher war ausgemacht, dass Felgentreu den Wahlkreis behält, es sei denn...

... Franziska Giffey will doch in den Bundestag. Dann hätte die Königin von Neukölln den ersten Zugriff. SPD-intern gilt das als sehr unwahrscheinlich – aber das galt ja bis vor kurzem auch für eine weitere Amtszeit Michael Müllers. Während der sich derzeit so richtig warmregiert, werden die Stimmen in der SPD hinter vorgehaltener Hand lauter, dass man von der Bundesfamilienministerin in der Krise viel zu wenig höre.