Neuer Standort der ZLB: Reaktionen auf den möglichen Kauf des Lafayette-Gebäudes
Positive Reaktion aus dem Berliner Abgeordnetenhaus: Die Idee, das Quartier 207 in der Friedrichsstraße als neuen Standort der Landesbibliothek zu erwerben, stößt auf Zustimmung. Von Anke Myrrhe und Lorenz Maroldt.
Große Resonanz auf unsere exklusive Geschichte über die neuen Perspektiven für das markante Quartier 207 in der Friedrichstraße – alle Berliner Medien zitierten gestern die „brillante Idee“, wie der Kauf des Lafayette-Gebäudes durch das Land Berlin und der Einzug der Landesbibliothek doch noch gelingen könnte.
Kultursenator Joe Chialo bestätigte gestern im Abgeordnetenhaus, dass sich die Staatsbibliothek an der Finanzierung beteiligen könnte: „Wir versuchen, diese Jahrhundertchance Wirklichkeit werden zu lassen. Berlin braucht Hoffnung, Berlin braucht ein Leuchtturmprojekt der Moderne.“
Weitere Stimmen:
Volker Heller, Generaldirektor der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB):
„Wir tun alles, um auch in schwierigen Haushaltszeiten diese einmalige Chance für Berlin möglich zu machen. Deshalb unterstützen wir auch ein Stufenmodell, bei dem wir für ca. 15 Jahre Flächen mit der Stabi teilen. So kann dieser fantastische Ort für die Berlinerinnen und Berliner Realität werden und zugleich die Refinanzierung für die Stadt erleichtert.“
Lukas Schaal, Mitglied im Haushaltsausschuss und direkt gewählter CDU-Abgeordneter in Mitte:
„Die ZLB in die Friedrichstraße zu holen, ist eine einmalige Chance für Berlin und natürlich auch für eine lebendige Friedrichstraße. Bei der Finanzierung sollten wir auch neue Möglichkeiten nicht ausschließen und besonders den langfristigen Nutzen für Berlin in den Blick nehmen.“
Daniel Wesener (Grüne), Ex-Finanzsenator, Mitglied im Kulturausschuss:
„Sollten die Widerstände innerhalb der SPD und in Teilen der CDU gegen das Vorhaben auch diesmal die Oberhand behalten, wäre das womöglich die letzte vertane Chance – für die ZLB, aber auch für die Friedrichstraße. Der Antrag des Eigentümers auf eine Umwandlung in reguläre Büroflächen führt zwangsläufig zur weiteren Verödung des Stadtquartiers. So sehr wir als Grüne einen Umzug der ZLB in die Friedrichstraße von Beginn an unterstützt haben, so klar lehnen wir die Idee ab, den Kauf vom Quartier 207 durch eine Privatisierung der öffentlichen Liegenschaften in der Breite Straße oder am Blücherplatz zu finanzieren.“
Ephraim Gothe, Baustadtrat Mitte:
„Das Quartier 207 ist bestens geeignet für die ZLB und gerne auch Teile der Staatsbibliothek. Und für die Friedrichstraße wäre das ein wichtiger Frequenzbringer, damit nicht nur die vielen Touristen kommen, die den Gendarmenmarkt anschauen wollen. Die ZLB ist zuallererst eine breit aufgestellte Bildungsinstitution, die von allen Schichten der Bevölkerung genutzt wird. Dann kommt die ganze Stadt, das ist nichts Elitäres!“
Unter Finanzpolitikern der Koalition überwiegt die Skepsis: „Aus Sicht des Haushalts ist das keine Lösung“, heißt es da. Auch wenn die ZLB die beiden Standorte in der Breite Straße und am Blücherplatz nicht mehr nutzen würde, müssten sie saniert werden. Allerdings wird anerkennend registriert, dass es Bemühungen gibt, die Finanzierung sicherzustellen: „Da wird schon klug nachgedacht.“ Es fehle aber noch eine schlüssige Antwort, zumal bei der derzeitigen Haushaltslage. Bezweifelt wird, dass der Senat unter Zeitdruck steht. Der Eigentümer werde es nicht leicht haben, dieses sehr spezielle Gebäude zu vermieten.
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