Gefangen in der Wiederholungsschleife: Das sagten Berlins Spitzenkandidierende schon einmal kurz vor der letzten Wahl
Der Wahlkampf ist in der heißen Phase und die Kandidaten versuchen sich voneinander abzugrenzen – so wie bei der letzten Wahl bereits. Eine Auslese. Von Robert Ide.
Genau 500 Tage sind seit der letzten Berlin-Wahl am 26. September 2021 vergangen. Nun, kurz vor der Wiederholungswahl, vergeht den wiederholt Wahlkämpfenden die Lust auf die letzten Gemeinsamkeiten, die sie in 5 Tagen für die Bildung einer neuen Koalition gut gebrauchen könnten. Allerdings war das vor 505 Tagen auch so – wir blättern kurz im Archiv und hören auf die Spitzenkandidierenden kurz vor der letzten, nun zu wiederholenden Wahl:
Franziska Giffey (SPD): „Mir geht es um so viel SPD wie möglich. Wir sind nicht an einem Punkt, wo wir über Koalitionen reden wollen.“
Bettina Jarasch (Grüne): „Franziska Giffey ist eine Regierende Bürgermeisterin, die nichts verändern will, weil sie eigentlich findet, dass alles gut ist, wie es ist.“
Klaus Lederer (Linke): „Franziska Giffey ist wie ein Sandmännchen. Sie streut den Leuten Sand in die Augen und sagt: Schlaft mal schön, Mutti regelt schon alles."
Kai Wegner (CDU): „Ich bin überrascht, dass das SPD-Wahlprogramm und die Spitzenkandidatin mit den letzten fünf Jahren nichts zu tun haben wollen. Wenn das die Position der SPD ist, dann wären wir relativ schnell fertig mit dem Koalitionsvertrag.“
Sebastian Czaja (FDP): „Wir lassen uns von Franziska Giffey nicht zum Steigbügelhalter einer Linkskoalition light mit SPD und Grünen machen. Wir wollen einen echten Politikwechsel.“
Wie echt der Politikwechsel in 500 Tagen ausgefallen sein wird, wird in 5 Tagen noch nicht entschieden sein. Aber immerhin: Sie können darüber am Sonntag noch einmal mitentscheiden.