Die Raed-Franziska-U-Bahn-Linie: Kann Steffen Krach die SPD vereinen?
Nach turbulenten Wochen inszeniert die SPD Einigkeit: Steffen Krach wird auf dem Parteitag am Wochenende mit geschlossener Unterstützung gewählt. Von Anke Myrrhe und Stefan Jacobs.
Direkte Konfrontationen vermieden die Linke und die SPD nach turbulenten Wochen auf ihren Parteitagen am Sonntag. Elif Eralp wurde per Akklamation gewählt (Klatschen), eine Abstimmung gab es nicht – aber erneut Kontroversen über Gaza. Steffen Krach wurde mit demonstrativer Einigkeit von der SPD empfangen, das Stegreif Orchester spielte „Bella Ciao“: „ein antifaschistisches Kampflied, genau das richtige Aufbruchsignal angesichts des Rechtsrucks und der AfD-Werte bundesweit“, sagte Krach dem Checkpoint. Seine Partei wählte ihn in offener Abstimmung durch Aufzeigen von Stimmkarten. Alle Karten flogen hoch. Sonstige Vorkommnisse: Krach outete sich aus Versehen, als er Klaus Wowereits berühmten Satz „Ich bin schwul, und das ist auch gut so“ zitierte (seine Frau Kim saß mit Wowereit lachend in der ersten Reihe) und erfand die Raed-Franziska-U-Bahn von Spandau nach Rudow bis zum Flughafen, die er gern vollenden würde. Könnte auch SPD-Versöhnungs-Linie heißen – mal sehen, wie lange die Einheit hält.