Bald wieder Schluss mit Tempo 50? Berliner Luft ist zu dreckig für künftige EU-Grenzwerte
Die Tempo-50-Träume der CDU könnten sich bald in schlechter Luft auflösen: 2030 treten strengere Grenzwerte für Luftschadstoffe in Kraft. Die EU-Richtlinie verlangt vom Senat, schon ab 2026 Gegenmaßnahmen vorzubereiten, wenn die Überschreitung der künftigen Limits absehbar ist. Und das ist sie, wie die Verwaltung auf eine Grünen-Anfrage (liegt dem Checkpoint vorab vor) mitteilt. Demnach wurde der künftige Feinstaub-Grenzwert im vergangenen Jahr an neun von 15 Messstationen überschritten, der für Stickstoffdioxid (der auf unterschiedliche Art ermittelt wird) fast an allen Hauptverkehrsstraßen.
Die Verwaltung will anhand der 2026er-Messbilanz entscheiden, was sie unternimmt. Allgemein gilt: Die Feinstaubbelastung hängt stark vom Wetter ab, aber stammt an Hauptstraßen zum großen Teil aus Aufwirbelung sowie Abrieb von Reifen und Bremsen. Stickstoffdioxid kommt hauptsächlich aus Dieselmotoren und konzentriert sich lokaler. Der sinkende Anteil von Verbrennern wird dieses Problem zwar absehbar lindern, allerdings wird der künftige Grenzwert beim Stickstoffdioxid bisher deutlicher überschritten als beim Feinstaub.