454 Berliner Radkuriere erlitten Betriebswegeunfälle in 2021

Bei Wind, Wetter und anderen Unwägbarkeiten jagen die Radkuriere durch die Stadt. Die Anzahl von Unfällen ist hoch. Und was geschieht zum Schutz der Fahrer? Von Julius Betschka.

454 Berliner Radkuriere erlitten Betriebswegeunfälle in 2021
Foto: Stefan Zeitz/Imago

Die neue Großstadt-Arbeiterklasse steht immer seltener am Band. Sie liefert Pakete, Getränke oder das Essen. Bei Eis und Regen jagen die Boten von „Lieferando“, „Gorillas“ und Co. mit ihren Fahrrädern durch die Stadt – nicht immer kommen sie gesund ans Ziel. 2021 gab es 454 Betriebswegeunfälle allein bei Lieferdiensten, die bei der Berufsgenossenschaft für Handel und Warendistribution versichert sind (längst nicht alle). Hinzu kommen 252 Arbeitsunfälle und 82 Unfälle auf dem Weg zur Arbeit. Das geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Arbeit auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Christoph Wapler und Alexander Kaas Elias (beide Grüne) hervor. Was zum Schutz der Fahrer geschieht? „Neu eingestellte Kurierinnen und Kuriere werden vom Arbeitgeber im Rahmen der Erstunterweisung verstärkt auf die Straßenverkehrsordnung hingewiesen und es wird deren Einhaltung eingefordert“, beobachtet der Senat. Einen Helm und Arbeitskleidung gibt’s auch vom Arbeitgeber dazu. Nur sichere Radwege bauen sich nicht von allein.