Deckeldebatten

Nachdem wir in dieser Woche die Klage einer Vermieterin (mit SPD-Parteibuch) veröffentlicht haben (CP von Mittwoch), melden sich immer mehr Hauseigentümer und erzählen ihre Geschichten. Zum Beispiel dieses Unternehmerpaar: „Wir haben elf Häuser in Berlin mit ein bisschen Gewerbe, vor allem aber mit 175 Mietwohnungen in verschiedenen Bezirken. Wir verwalten alles selbst, die Mieter kennen mich und meine Frau persönlich. Uns liegt es an mittel- und langfristigen Mietern, wir vermieten eher an Familien, an junge Leute, die eine Chance brauchen, als an Bewerber mit dem höchsten Einkommen. Die Mieten liegen deutlich unter dem, was laut Mietspiegel möglich wäre. Wir haben uns jetzt den neuen Mietspiegel angeschaut, natürlich müssen wir hier und da die Mieten anpassen, wenn zum Beispiel bei Langzeitmietern noch sechs Euro pro Quadratmeter kalt gezahlt werden und die Miete seit sieben bis neun Jahren nicht erhöht worden ist. Wenn der Mietendeckel kommen würde, hätten wir bei einigen Wohnungen mit niedrigen Mieten natürlich ein Problem. Ich habe den Eindruck, dass die Politik völlig plan- und ahnungslos agiert – und schlecht beraten wird. Durch den Mietendeckel wird keine einzige neue Wohnung gebaut. Diejenigen, die sich große Wohnungen leisten können, die sie gar nicht brauchen, bleiben einfach drin. Oder diese Wohnungen werden dann vornehmlich an Pärchen mit höherem Einkommen vermietet. Und Familien, die dringend eine Wohnung suchen, gehen leer aus. Der Mietendeckel schafft genau das Gegenteil von dem, was die Politik will: Er trifft die sozial Schwächeren.“