Exklusiv: Nur 1400 von 11000 Ausbildungsbetrieben nehmen Ausbildungshilfe an

Ein Lehrstück über Deutschland: Der Bund hat das gutgemeinte Programm „Ausbildung sichern“ in der Pandemie aufgelegt – darin enthalten sind Ausbildungs- und Übernahmeprämien für Unternehmen. Tolle Sache. In Berlin haben das aber nur 1400 von fast 11000 Ausbildungsbetrieben beantragt, 60 Prozent der Anträge wurden bewilligt. Das Geld bleibt liegen. Das kam jetzt auf Anfrage der FDP-Abgeordneten Maren Jasper-Winter heraus, die dem Checkpoint vorliegt.

Der Grund? German Bürokratie. Die Industrie- und Handelskammer Berlin begründet das mangelnde Interesse auf Checkpoint-Anfrage so: „Die Antragsunterlagen sind sehr umfangreich und die Förderkriterien sehr kleinteilig. Aufwand und Ertrag stehen für viele Betriebe daher in keinem Verhältnis. Das Programm muss flexibler, praxisnäher und attraktiver werden.“ Damit soll laut IHK auch die hohe Ablehnungsquote zusammenhängen. Jasper-Winter fordert deshalb: „Wir brauchen einen Azubi-Pakt 2030. Während der Krise sollte die Ausbildung komplett steuer- und abgabenfrei sein.“ Das würde zumindest weniger Bürokratie bedeuten. Auch mal schön.