Hygienemängel in Großbäckerei seit 15 Jahren bekannt
Wir drehen die Uhr zurück. In eine Zeit, in der das Coronavirus unser Leben noch nicht so sehr im Griff hatte. Am 4. März rücken Polizei, Ordnungsamt und Lebensmittelkontrolleure zu einer Hygienekontrolle in der Neuköllner Großbäckerei Höhn an. Sie fanden: tote Kakerlaken, lebende Mäuse, Schimmel und Verfall. Konsequenz: Schließung. Nach Recherchen des Checkpoint waren schlechte hygienische Zustände der bezirklichen Lebensmittelaufsicht allerdings seit 15 Jahren bekannt, das bestätigte das Bezirksamt Neukölln jetzt. Dem Checkpoint liegen etwa Fotos einer Hygienekontrolle aus dem Jahr 2016 vor. Darauf sind völlig verschmutzte Gerätschaften und schimmelige Lüftungsschächte zu sehen, auf einer Heizung liegt eine tote Maus. Dreck und Ungeziefer sammeln sich, wo Brot und Brötchen lagern. Ekel-Niveau: 10/10.
Die Ursache dafür seien eine „in Teilen veraltete und vernachlässigte Infrastruktur“ und „zunehmender Verfall“ der Gebäude gewesen, schreibt das Bezirksamt. Nach mehreren Kontrollen der Lebensmittelaufsicht hätten die Betreiber „vereinzelte Verbesserungen, insbesondere im Bereich der Schädlingsbekämpfung“ vorgenommen. Notwendige Nachkontrollen der Kontrollbehörde sollen nach Checkpoint-Informationen aber ausgeblieben sein. Und war das gefährlich? „Eine Gesundheitsgefährdung kann grundsätzlich niemals ausgeschlossen werden“, heißt es aus dem Bezirksamt. Beruhigen mag alle, die in den vergangenen Jahren bei den Backshops von Knusperbäcker und Rogacki aßen oder bei der Metro Brötchen kauften (laut Website alles mal Kunden der Bäckerei Höhn): Durcherhitzte Backwaren gelten insgesamt immerhin als Produkte mit einem geringen Hygienerisiko. Die ganze Geschichte lesen Sie später auf tagesspiegel.de/berlin.