5,6 Millionen Euro für eine Fischtreppe: Damit auch der Wels hochkommt – obwohl es davon nur 67 in Berlin gibt
An der Mühlendammschleuse entsteht eine neue Fischaufstiegsanlage – groß genug für Berlins größte Flussbewohner. Selbst Welse sollen künftig bequem spreeaufwärts wandern können. Von Anke Myrrhe und Valentin Petri.
In der Rubrik Ämter, von denen Sie garantiert noch nichts gehört haben, schauen wir uns heute das Berliner Wasserstraßen-Neubauamt an. Das baut im Auftrag des Bundes bis 2029 an der Mühlendammschleuse ein neues Wehr ein. Damit die Wasserbewohner künftig besser spreeaufwärts zu ihren Laichplätzen kommen, bekommt die Schleuse gleich noch eine Fischtreppe dazu. Die 5,6 Millionen Euro teure Fischaufstiegsanlage soll so groß sein, dass sogar ein ausgewachsener Wels (Länge: 1,60 Meter) die Stufen hochkommt.
Aber wie viele Welse gibt es überhaupt in Berlin? Antwort der Umweltverwaltung: 67. Tja, aber so sind nun mal die Vorschriften: Eine Aufstiegsanlage müsse immer für die größte im Fluss vorkommende Fischart ausgelegt sein, heißt es vom Wasserstraßen-Neubauamt. Immerhin ist der Wels nächstes Jahr offizieller „Fisch des Jahres“. „Selbstverständlich ist die Anlage so geplant, dass auch alle kleineren Fischarten (auch schwimmschwache) die neue Anlage passieren können.“ Biber und Otter sollen eine „Wanderhilfe“ bekommen. In Berlin wird eben an alle gedacht.