"Was letzte Wohnungspreis?": Berliner Mietpreise werden zur Verhandlungssache
„Mietpreis warm: Ungefähr 460 Euro“ für 180 Quadratmeter? Den kalten Mietpreis bekommt man auf Anfrage. Weil in Berlin Schöneberg mehrere Wohnungen saniert werden und erst 2025 bezugsfertig sind, werden potenzielle Mieter mit seltsamen Wohnungsanzeigen warmgehalten. Von Lorenz Maroldt und Lotte Buschenhagen
Aus der Reihe „Seltsame Wohnungsanzeigen“: In Schöneberg werden mehrere Wohnungen zur Miete angeboten, die aber noch saniert werden und erst im Jahr 2025 bezugsfertig sein sollen. Beispielsweise so: „Mietpreis kalt: Auf Anfrage“. „Mietpreis warm: Ungefähr 460 Euro“ – und das für 180 qm. Was soll das? Der Anbieter erklärt, geworben werden „bereits jetzt, wie verlangt, um das Interesse an den Wohnungen zu sondieren“.
Ach ja? Was hier „sondiert“ werden soll, ist dann doch eher, was den Wohnungssuchenden ihr Interesse schon im Voraus wert ist – alles Verhandlungssache. Und was heißt „wie verlangt“? Vor allem: von wem? Sebastian Bartels vom Berliner Mieterverein warnt vor „unüberschaubaren Kosten“, weil die Mietpreisbremse mit ausgehebelt werden kann, wenn nicht nur saniert, sondern auch modernisiert wird. Und: „Möglicherweise will der Vermieter vermeiden, dass der Leerstand während der einjährigen Bauarbeiten als Zweckentfremdung angesehen wird und ist daher bemüht, schon jetzt Vermietungsbemühungen nach außen zu demonstrieren.“ Bartels sagt, von so einem Fall habe er zuvor noch nie gehört: „Es ist wirklich erschreckend, welche merkwürdigen und zweifelhaften Angebote aufgrund der immer weiter um sich greifenden Wohnungsnot auf den Markt kommen.“
Zum Thema Wohnungssuche möchte ich Ihnen auch nochmal unseren Checkpoint-Podcast zum Thema empfehlen. Im Gespräch mit Ann-Kathrin Hipp und Sönke Matschurek verrät der Berliner Makler Achim Amann einige Tipps, wie Sie doch noch ein neues Zuhause finden können – und warum Sie es schwerer als andere haben, wenn Sie sich als Lehrer-Paar mit Doppelnamen bewerben. Zum Podcast geht es hier.