Schulsenatorin liest nur Überschriften? 

Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch ist weiterhin eine gute Erklärung dafür schuldig, warum sie von der Leidensgeschichte der gemobbten pädagogischen Unterrichtshilfe Oziel Inácio-Stech von der Carl-Bolle-Schule erst aus den Medien erfahren haben will. Der Anwalt des Mannes hatte ihr am 4. Dezember einen an sie persönlich adressierten, neunseitigen Brief per Einschreiben mit Rückschein übermittelt. Diesen habe sie, erklärte Günther-Wünsch gestern im Abgeordnetenhaus, aber erst im Mai ganz gelesen, als der Fall an die Öffentlichkeit kam.

Weil das Schreiben die Betreffzeile „Beschwerde nach § 13 AGG“ trug, sei es an die – angeblich – zuständige Stelle weitergeleitet und von dieser auch beantwortet worden. Blöd nur: Der Brief war gar keine Beschwerde nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, die Betreffzeile nahm Bezug auf eine zuvor eingereichte Beschwerde im September. Um das zu merken, hätte man ihn allerdings ganz lesen müssenTextaufgaben – nicht nur Schülern oft zu anstrengend …