Berliner Senat streicht Mittel: Droht Sozialprojekt am Kotti das Aus?
Für die Straßensozialarbeit mit jungen Drogenabhängigen am Kottbusser Tor stehen dieses Jahr keine Senatsmittel mehr zur Verfügung. Der Senat verweist auf die Gesundheitsverwaltung. Von Christian Latz und Jessica Gummersbach.
Geld vom Senat fordert auch der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Der Bezirk wirft dem Senat vor, Mittel vom Sicherheitsgipfel für Straßensozialarbeit mit jungen Drogenabhängigen am Kottbusser Tor gestrichen zu haben. „Es ist unfassbar und äußerst bedauerlich, dass der Senat die Mittel für ein derart zentrales Projekt streichen will, obwohl der Regierende Bürgermeister die Fortführung aller Mittel aus dem Sicherheitsgipfel mehrfach zugesagt hat“, poltert Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Grüne). 2025 seien die 100.000 Euro von der Senatsbildungsverwaltung gekommen. Auf ein Schreiben der federführenden Umweltverwaltung, sich für das Geld in diesem Jahr direkt bei den Senatshäusern zu melden, habe es nun von der Bildungsverwaltung aber eine Absage gegeben.
Die bestätigt, dass man in diesem Jahr kein Geld mehr für das Projekt hat, auch wenn dessen Bedeutung „außer Frage“ stehe, wie eine Sprecherin, Susanne Gonswa, erklärt. Doch man brauche alle Mittel für den Ausbau eines Bildungsprojekts für unbegleitete Flüchtlinge im Wrangelkiez. Dafür gibt’s eine Empfehlung an den Bezirk: Mal bei der Gesundheitsverwaltung anfragen. Dort gebe es für solche Projekte „deutlich umfangreichere Mittel“. Auch passe das Thema dort besser hin. „Vor diesem Hintergrund sehen wir dort eine realistische Möglichkeit der Anschlussfinanzierung“, meint die Sprecherin. Gibt’s also doch noch ein Happy End? Wir bleiben dran.