Wer ist schuld? 250 gehörlose Ukrainer müssen womöglich Berlin verlassen

„Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin / der bleibt auch dort und das hat seinen Sinn“: 250 gehörlose Ukrainer lebten seit Anfang März in Berlin. Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten hatte ihnen versprochen, dass sie zusammenbleiben können. Nun soll der Senat sie drängen, Berlin zu verlassen – das kritisieren zumindest Flüchtlingsrat und Berliner Gehörlosenverband.

Tatsächlich zeigt der Fall, wie kompliziert die Verteilung von Menschen werden dürfte, die einmal ein warmes Bett gefunden haben: Der Senat wollte in Abstimmung mit der Caritas alle in einer geeigneten Einrichtung in Köln unterbringen – in Berlin wohnten die Menschen in Hostels, in Köln gibt es ein Gehörlosenzentrum, eine Kita und einen Studiengang für Gehörlose. So sieht das der Senat, schreibt Kollegin Sabine Beikler. Doch nur ein geringer Teil der Menschen folgte dem Angebot, die Verträge mit den Hotels liefen aus. 86 Personen mussten in eine Aufnahmeeinrichtung in Pankow umziehen. Das Angebot in Köln gibt es nicht mehr. Die Gehörlosen müssen sich bis 18. April in Tegel registrieren, um weiter Sozialleistungen zu erhalten – sie kommen ins bundesweite Verteilsystem. Und womöglich weg aus Berlin.