Zum in der Pfeife rauchen

Und damit sind wir bei Beispiel 2 für die Einzigartigkeit Berlins: Wo unbeliebte Ideen wahlweise verpuffen oder in der Pfeife geraucht werden. Vorab bitten wir Sie, auch dann weiterzulesen, auch wenn Sie beim Thema Cannabis nur noch die Augen verdrehen, weil Sie

a) kein Interesse haben,
b) ihre eigenen zuverlässigen Quellen oder
c) Ihnen auch so schon der Kopf raucht.

Zu Letzterem gibt es mit oder ohne Gras genug Gründe. Denn was sich der Berliner Senat bei der Umsetzung eines Bundesgesetzes leistet, zeigt nicht nur, wie dringend diese Stadt eine Verwaltungsreform benötigt (Bezirke und die zuständige Senatsverwaltung erklären sich jeweils für nicht zuständig), sondern auch, dass es mit dem Koalitionsfrieden womöglich vorbei ist.

Denn im Hintergrund versuchten CDU und SPD in den vergangenen Tagen mit teils drastischen Worten, sich gegenseitig die Schuld an der peinlichen Posse zu geben. Während in Bremen bald geerntet wird, wissen Berliner Hobby-Bauern immer noch nicht, wo sie ihren Antrag auf Anbau denn nun einreichen sollen. Meine Kollegin Constanze Nauhaus hat einen Social-Club-Vorsitzenden begleitet, der den Umschlag einfach mal beim Lageso abgegeben hat („Hallo, ist hier jemand?“).

Mal sehen. Dem Vernehmen nach will der Senat sich bei seiner Sitzung am Dienstag zumindest mit dem Thema beschäftigen. Einen Beschluss wird es aber (wegen des 14-tägigen-Ferienmodus‘) frühestens Anfang September geben.

Auf die Frage, ob der Regierende Bürgermeister gedenkt, in der Causa ein Machtwort zu sprechen, teilte Senatssprecherin Christine Richter dem CP am Sonntagabend mit: „Der Senat wird zeitnah eine Entscheidung treffen.“ Wortgleich dieselbe Antwort hatte Richter bereits am Donnerstag verschickt. Zumindest bis zum Ende der Sommerferien gilt also (frei nach dem Senatsmotto): Berlin bleibt anders.