Zum Haare kraulen: Kaum Schwimmkurse in Freibädern im Osten Berlins
Fast alle Kurse finden im Westteil statt, so ein Checkpoint-Leser. Die Berliner Bäder antworten trocken, auch zwei weitere Himmelsrichtungen gingen unter. Von Thomas Lippold und Robert Ide
Bloß nicht untergehen darf Berlin, wenn es ins Schwimmen kommt. Doch der Vorverkauf der Seepferdchen-Kursefunktioniert nicht (Checkpoint von gestern) – und manchen Bezirken steht das Wasser hier sowieso bis zum Beckenrand. „Wie kann es sein, dass fast alle Seepferdchen-Sommerschwimmkurse im Westteil Berlins stattfinden?“, fragt unser Leser Frank Schirrmeister. Von den zwölf teilnehmenden Bädern lägen mit der Wuhlheide und dem Monbijoubad nur zwei im Ostteil der Stadt. „Gibt‘s im Osten keinen Bedarf oder wer plant so etwas?“ Die Berliner Bäder antworten auf die Checkpoint-Anfrage zunächst im von sich selbst unbeirrten Bademeister-Ton: „Vermutlich bezieht sich Ihr Leser bei seiner Kritik auf die frühere Unterteilung der Stadt in Ost und West. Diesbezüglich hat er recht: Die meisten Kurse finden im ‚ehemaligen Westteil‘ der Stadt statt.“
Sprecherin Claudia Blankennagel führt dann weiter aus: „Es gibt Gegenden, in denen finden viele Kurse statt, und welche, da findet gar nichts statt. Auch der Südwesten ist unterrepräsentiert, und auch der gesamte Norden der Stadt ist nicht berücksichtigt.“ Zum Trost verweist sie auf Schwimmhallen, in denen Vereine zusätzliche Ferienkurse anbieten, etwa auf der Fischerinsel in Mitte, an der Sewanstraße in Lichtenberg, an der Zingster Straße in Hohenschönhausen oder im Märkischen Viertel. Für Berlins Bäderbetriebe scheint damit das Problem gelöst – denn: „Eine gerechte Verteilung nach Himmelsrichtungen gibt es nicht.“ Zum Haare kraulen.