Giffey und Jarasch eröffnen den Berlin-Wahlkampf

Bei einer Veranstaltung mit den Spitzenkandidaten von CDU und Grünen übte sich Familienministerin Franziska Giffey in rot-rot-grüner Demut. Ein Kommentar. Von Robet Ide

Giffey und Jarasch eröffnen den Berlin-Wahlkampf
Foto: Political Moments/Imago

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey gibt sich als mögliche Mutter Courage einer neuen Berliner Koalition offenbar schnell lernfähig. Nach ihrem Frontalangriff auf die R2G-WG via „Morgenpost“-Interview (Einordnung dazu hier) übte sie sich am Donnerstagabend fast in rot-rot-grüner Demut. „In der Demokratie muss man den Kompromiss auch als was Gutes würdigen“, sagte sie bei einer Online-Debatte der Berliner Spitzenpolitik im Wissenschaftszentrum Berlin (nachzusehen hier). Auch die Grünen-Spitzenkandidatin Bettina Jarasch, bisher im Vorwahlkampf kompromisslos unauffällig, warb dafür, „sich gegenseitig was gönnen zu können“. Doch bevor sich die beiden Bürgermeisterin-Anwärterinnen fröhlich in die Arme fielen, fielen sie sich doch lieber ins Wort.

Das Rededuell bei den Themen Wohnungs- und U-Bahn-Bau sowie Tempelhof-Randbebau gipfelte schließlich im richtigstellenden Zuruf Giffeys an Jarasch: „Ich habe Sie nicht als irre bezeichnet!“ So blieb es CDU-Spitzenmann Kai Wegner vorbehalten, die wärmsten Worte des Abends zu sprechen: „Das ganze Leben ist ein Kompromiss. Das fängt morgens beim Aufstehen an und der Frage: Wer geht als erstes ins Bad?“ Klingt nach einer Bewerbung für den Küchendienst.