„Der Dritte Weg verteilt Flyer vor dem Schultor“: Landesschülerausschuss beklagt zunehmenden Rechtsextremismus in Berliner Klassenzimmern

Beschmierungen, Sharepics, Todesdrohungen – an Berliner Schulen häufen sich laut Schülervertretung rechte Vorfälle. Schwerpunkte sind Neukölln, Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg. Von Nina Breher.

„Der Dritte Weg verteilt Flyer vor dem Schultor“: Landesschülerausschuss beklagt zunehmenden Rechtsextremismus in Berliner Klassenzimmern
Neonazi-Partei verteilt auch zunehmend vor Schulen Propagandamaterial / Foto: IMAGO / xcitepress

Die Schülerräte aller ostdeutschen Bundesländer warnen vor zunehmendem Rechtsextremismus an Schulen – auch in Berlin. „Deutlich zugenommen“ habe rechtes Gedankengut an den Schulen der Hauptstadt, es sei „ein großes Problem“, sagt Jolina Leuschner, Sprecherin des Landesschülerausschusses Berlin, dem Checkpoint. „Immer mehr Schüler:innen“ handelten diskriminierend.

Leuschner beobachtet zudem Unterschiede zwischen den Bezirken. Besonders viele Vorfälle gebe es in Neukölln, Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg, „ob es sich dabei um Beschmierungen auf Tischen oder Hauswänden, bis zu Bedrohungen von einzelnen Personen oder ganzen Menschengruppen handelt.“ An einer Schule in Neukölln sei etwa der Schülervertretung öffentlich der Tod gewünscht worden. „Der Dritte Weg und andere ähnliche Organisationen verteilen Flyer vor dem Schultor“, sagt Leuschner. Sie fordert, dass die Politik endlich tätig wird. Worauf letztere wohl wartet?

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Anmerkung: In einer früheren Version dieser Meldung hatten wir den Berliner Landesschülerausschuss mit der Aussage zitiert, das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster habe „Abi macht frei” als Abiturmotto verwendet. Das ist nicht der Fall. Tatsächlich hatten Unbekannte 2019 ein Laken mit dem Schriftzug „Abi macht frei” an der Schule angebracht. Die Schule entfernte das Laken umgehend und stellte Strafanzeige gegen Unbekannt, teilte die Evangelische Schulstiftung in der EKBO mit. Das aktuelle Abiturmotto der Schule lautet „ABI Baba und die 65 Räuber”. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.