Maskenpflicht an Schulen – Berlin verschläft es mal wieder, Schule regelt selbst
Angesichts steigender Corona-Inzidenzen mahnen Virologen zu Masken im Unterricht. Die Bildungsverwaltung verweist auf ihr Testkonzept. Von Nina Breher.
Unter welchen Umständen würde die Senatsverwaltung für Bildung erwägen, die Maskenpflicht an Schulen wieder einzuführen? Die deutlich steigende Inzidenz offenbar nicht. Sie liegt bei 113 (Bund) beziehungsweise 122 (Berlin) beziehungsweise 160 (5- bis 14-Jährige, Höchstwert unter allen Altersgruppen). Statt auf die Frage nach der Maskenpflicht zu antworten erklärt die Bildungsverwaltung auf Anfrage lieber nochmal ihr Testkonzept. Zum Vergleich: In Bayern (Inzidenz 181) diskutiert man die Wiedereinführung der kürzlich abgeschafften Mund-Nasen-Schutz-Pflicht in Schulen ernsthaft. Virologen gefällt das. Anders in Berlin. Aber keine Sorge, hier hat man einen grün-gelb-roten Stufenplan. Der hat nur einen Haken: „Für die Klassifizierung gibt es keine festgelegten Grenzwerte.“ Schulaufsichten, -leitungen und Amtsärzte beschließen also eher, ob und wann die Ampel einer Schule gelb wird (was dann nicht nur Maskenpflicht, sondern auch Wechselunterricht bedeutet). Die Infektionszahlen werden sich schon nach ihr richten. Derweil ruft eine Grundschule im Norden Berlins seit heute Schüler:innen und Kollegium dazu auf, freiwillig Mund-Nasen-Schutz zu tragen – dort hatte man den Eindruck, die Fallzahlen würden steigen. „Kollegium, Schüler und Eltern machen mit, die Mehrheit trägt im Unterricht wieder Maske“, sagt der Direktor dem Checkpoint. Beschwerden? „Gab es nicht.“