Niemand im Bezirksamt Mitte reagiert: Berliner versucht peinlichen Fehler auf Gedenktafel korrigieren zu lassen – und findet keinen Verantwortlichen

Ein Denkmal für NS-Widerstandskämpfer trägt eine erklärende Plakette – mit Schreibfehlern. Das sei Berlin unwürdig, fand ein Bürger. Doch im Bezirksamt fand er dann kein Gehör. Von Lorenz Maroldt.

Niemand im Bezirksamt Mitte reagiert: Berliner versucht peinlichen Fehler auf Gedenktafel korrigieren zu lassen – und findet keinen Verantwortlichen
Stein des Anstoßes: Die Plakette am Denkmal für die Widerstandsgruppe Baum am Lustgarten. Foto: Kitty Kleist-Heinrich / Tagesspiegel

Nahezu täglich entdecken wir am Morgen ärgerliche Tippfehler im Checkpoint; sie sind zumeist der schnellen nächtlichen Produktion geschuldet. Aber so ein Newsletter ist ja nichts für die Ewigkeit, auch wenn wir ein Archiv auf unserer CP-Website haben (hier).

Fehler auf einer Gedenktafel mitten in der Stadt sind dagegen dauerhaft doof – und meißtens, pardon: meistens unnötig, zumal bei dem langen Vorlauf. Hier haben wir aber leider einen (inkl. Kommaquatsch sogar anderthalb):

Im Lustgarten erinnert ein Gedenkstein an den Widerstandkämpfer Herbert Baum, der mit seiner Gruppe im Mai 1942 eine NS-Propagandaschau niederbrennen wollte (weitgehend wirkungslos). Auf der Glasplatte vor dem Gedenkstein steht, was dann geschah:

Im Zusammenhang mit der Aktion im Lustgarten wurden 1942/43 mehr als dreißig, zumeist jüdische junge Frauen und Männer ermordet. Die meißten von ihnen starben unter dem Fallbeil in Berlin-Plötzensee.“

Auch unser Leser Alfred Neidert ist hier an der Grammatik hängen geblieben: „Es ist peinlich für unsere Stadt. Hunderte von Gästen lesen das täglich und schütteln sicher nur den Kopf.“ Neidert wollte das nicht so stehen lassen – und erlebte eine klassische Berlinstory,wie sie meißtens, pardon: meistens verläuft.Hier ist sie:

Meine Anregung zur Korrektur an den laut Internetauftritt zuständigen Mitarbeiter im Bezirksamt Mitte kam mit dem Hinweis zurück, dass dieser mittlerweile ausgeschieden und nun ein anderer zuständig sei.“

Natürlich ist die Geschichte damit noch nicht zu Ende, denn Neidert blieb dran – aber: „Eine Nachricht an diesen Mitarbeiter blieb ohne Reaktion.“