Tausende Bestattungen für arme und einsame Menschen in Berlin
Wenn das Geld für eine Beisetzung fehlt – oder Angehörige, die sich darum kümmern, helfen die Berliner Ämter. In diesen Bezirken kommt das am häufigsten vor. Von Robert Ide und Matthieu Praun
Zu einem irdisch traurigen Thema: Wenn weder Gestorbene noch ihre Angehörigen das Geld für eine Bestattung aufzubringen vermögen, hilft in Berlin das Sozialamt. 137 Mal ist das im vergangenen Jahr etwa in Charlottenburg-Wilmersdorf geschehen – dem Bezirk mit den meisten Sozialbestattungen, wie eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg ergab. Sie gibt auch Aufschluss über die soziale Lage der in unserer Stadt Lebenden.
Wenn keine Angehörigen ermittelt werden können, übernehmen die Ämter die gesamten Kosten und sprechen von einer ordnungsbehördlichen Bestattung. In Berlin war das im vergangenen Jahr insgesamt 2733 Mal der Fall; Neukölln weist mit 300 Fällen die meisten auf. 307.817 Euro hat der Bezirk dafür aufgewendet, also etwa 1026 Euro pro Todesfall. Dazu gehören laut Senat „ein stiller Abschied in der Kapelle, Blumenschmuck, Gewand, Decke und Kissen“. Im Durchschnitt kostet eine Beerdigung in Deutschland 7600 Euro.