Zottelige Monster und ironische Sprüche: Berliner Senatsverwaltungen geben Millionen für Werbung aus
Berlins Senat gab dieses Jahr wieder einmal Millionen für Image- und Informationskampagnen aus. Am teuersten war die Werbung für die Fußball-EM, Olympia und die Europawahl. Von Anke Myrrhe.
Andernorts wird das Geld in großen Mengen ausgegeben. Zum Jahresende haben wir bei Berlins Senatsverwaltungen nach den Ausgaben für Image- und Informationskampagnen gefragt. Doch schon bei der Information ist es schwierig: Einigen zählen nur große Kampagnen, andere auch Flyer und Social Media. So weit, so uneinheitlich, so Berlin.
Aber schauen wir doch mal rein, was da so an Budget für bunte Bildchen verschleudert wurde:
Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hat nach eigenen Angaben rund 130.000 Euro für „die Schaltung von Anzeigen“ ausgegeben. Da allein die Anti-Aggressions-Monster (gruselig!) 300.000 Euro gekostet haben, wurden die wohl schon im Vorjahr gezeichnet (oder es hat sich jemand verrechnet).
Den Lehrermangel wollten gleich zwei Ressorts werblich bekämpfen: Die Wissenschaftsverwaltung warb mit rund 680.000 Euro unter anderem für das Lehramtsstudium. Die Senatsverwaltung für Bildung nutzte einen großen Teil der rund 386.000 Euro, um neue Lehrer zu gewinnen und bestehende zu halten. Mathe mit dem Checkpoint: Ergebnis überschaubar.
Kommen wir zu den dicken Brocken: Die Senatskanzlei hat ganze 1.465.379 Euro ausgegeben für eine Imagekampagne (z.B. Plakate mit lustigen Sprüchen wie „Wenn wir nix auf die Reihe kriegen, warum stehen dann alle Schlange?“) und für Werbung zur Europawahl. Wie viel wofür hat man uns vorsichthalber nicht mitgeteilt („Wir können unfreundlich, aber auf die nette Art“).
Spitze ist mit einem Gesamtwerbebudget von 4.246.080,48 Euro… Tusch!... die Senatsverwaltung für Inneres und Sport – darin enthalten unter anderem Werbung für die rappelvolle Fußball-EM, Olympia und die Europawahl.
Und die Finanzverwaltung? Hat rund 1,4 Millionen Euro ausgegeben, um neue Mitarbeiter zu finden. Mal sehen, wo die demnächst sparen sollen.