Glasplatte ist erneut zerkratzt: Ärger um Denkmal für Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz

Das Mahnmal in Mitte ist als solches fast nicht mehr zu erkennen. Das frustriert nicht nur eine Checkpoint-Leserin, auch das „Hotel de Rome“ sieht Handlungsbedarf. Da der Senat für die Pflege verantwortlich ist, kann es aber nichts tun. Von Anke Myrrhe und Jessica Gummersbach.

Glasplatte ist erneut zerkratzt: Ärger um Denkmal für Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz
Foto: Imago / Rolf Zöllner

Weniger Durchblick gibt es auf dem Bebelplatz: Das Mahnmal zum Gedenken an die Bücherverbrennung ist als solches kaum zu erkennen. Diese Debatte kommt so regelmäßig, wie die zur Weihnachtsbeleuchtung am Ku’damm – nur, dass die Fallhöhe hier eine andere ist. Denn, was man sehen sollte: Ein weißes, leeres Regal im Boden, in das 20.000 Bücher passen würden – so viele, wie die Nationalsozialisten 1933 an diesem Ort verbrannten. Was man sieht: eine milchige, verdreckte und zerkratzte Glasplatte.

Das ärgert nicht nur Checkpoint-Leserin Kerstin Saager, die am Marathon-Sonntag spontan im Hotel de Rome am Platze fragte, ob man nicht die Pflege übernehmen wolle. Dort habe man ihr durchaus Interesse signalisiert.Wir würden uns ebenfalls freuen, wenn dieser historisch wichtige Platz gepflegt wird“, teilt Sprecherin Türkan Arikan auf Checkpoint-Nachfrage. Aber: „Für die Pflege des Denkmals ist der Senat verantwortlich, da können wir als Hotel leider nichts tun.“

Schade. Was jetzt kommt, können Sie sich denken: Die Stadtentwicklungsverwaltung verweist auf den Bezirk, der wiederum bittet um Geduld: „Morgen erhalten Sie die Antworten.“ Kein Problem. Warten sind wir gewohnt: Schließlich haben wir schon vor zwölf Jahren über das verdreckte Glas berichtet (das seitdem regelmäßig ausgetauscht werden muss).