Einleitung
willkommen in einer neuen Welt, die doch unsere alte ist! Mit einer frischen Regierung, die die Republik renovieren will (was die durchaus nötig hat). Mit einem zurückhaltenden Kanzler, der die Unterscheidung von seiner stets zurückgenommenen Vorgängerin noch herausschälen muss (was nach einer Ära von 16 Jahren und 16 Tagen durchaus schwer wird). Mit einem Regierungsteam, in dem sich endlich mehr Frauen hervortun können, aber wieder einmal zu wenige Ostdeutsche und Bürger mit Migrationshintergrund vertreten sind (was durchaus ein erstes Versäumnis ist). Um 12.02 Uhr schwor Olaf Scholz im festlich gelaunten Bundestag, seine Kraft „dem Wohle des deutschen Volkes“ zu widmen. Um 15:02 Uhr übergab dann Angela Merkel nebenan im Kanzleramt „eine der schönsten Aufgaben, die es gibt für unser Land“. Und Scholz versprach, im Zentrum der Macht werde weiterhin „eine nordostdeutsche Mentalität“ herrschen: „So viel wird sich da nicht ändern.“ Die alte Welt schält sich in die neue hinein.