Zehntausende auf dem Tempelhofer Feld

Der schönste Satz im Koalitionsvertrag steht gleich auf Seite 14: „Für die Zeit der Legislaturperiode wird keine Randbebauung des Tempelhofer Feldes geplant.“ Damit bleibt zwar der „Bauen, Bauen, Bauen“-Fraktion eine Ausrede für nicht eingehaltene Wohnungsziele erhalten (obwohl es noch immer mehr als genug andere Entwicklungsflächen in Berlin gibt) – der Stadtgesellschaft aber auch ein einmaliger Schatz. Der Zauber, den alle spüren, deren Herz nicht aus Beton ist, würde zerstört, wäre das Feld von Baustellen umzingelt. Am Wochenende zog es wieder Zehntausende hierher – sie genossen die Weite dieses wertvollen, weil unverwerteten Ortes, der sich sträubt, so zu werden, wie andere längst sind.

Lieber ein bisschen normal verrückt sein als immer nur verrückt normal: Das hat Berlin immer ausgemacht. Aber vielleicht übersehen wir ja was, also: Wo ist Berlin noch auf wunderbare Weise anders, als es andere Städte sind? Auffälligkeiten bitte an checkpoint@tagesspiegel.de.