Streit um Berliner Militärgelöbnis: Der Fahneneid soll vor dem Abgeordnetenhaus geleistet werden

Das Gelöbnis findet am Ende der dreimonatigen Grundausbildung statt. Die Fraktionen im Berliner Parlament sind sich uneins über die Notwendigkeit einer öffentlichen Zeremonie. Von Daniel Böldt

Streit um Berliner Militärgelöbnis: Der Fahneneid soll vor dem Abgeordnetenhaus geleistet werden
Foto: dpa / Klaus-Dietmar Gabbert

Die Zeiten sind auch in Europa längst keine friedlichen mehr. Damit rückt die Bundeswehr immer stärker ins Blickfeld – am Freitag kommender Woche auch direkt vor dem Abgeordnetenhaus. Dann sollen wie schon bei der Premiere im vergangenen Jahr 50 junge Rekrutinnen und Rekruten ihren Fahneneid öffentlich vor dem Berliner Parlament leisten. Die Zeremonie findet in der Regel am Ende der dreimonatigen Grundausbildung statt und soll das Bekenntnis zur demokratischen Grundordnung symbolisieren. „Das feierliche Gelöbnis bringt deutlich zum Ausdruck, dass wir als Landesparlament an der Seite der Soldatinnen und Soldaten stehen“, sagt Abgeordnetenhaus-Präsidentin Cornelia Seibeld (CDU) dem Checkpoint.

Die Linke dagegen beklagt eine Militarisierung der Gesellschaft und will das Gelöbnis boykottieren. „Wir halten diese demonstrative öffentliche Präsentation von Militär und militärischer Stärke für das falsche Signal“, sagt Berlins Fraktionschefin Anne Helm. Das Einschwören auf soldatische Tugenden wie „Treue“ und „Tapferkeit“ diene außerdem „mehr der Schaffung von Gehorsam als von kritischem Denken“.

Und wie kritisch denken Sie darüber? Braucht die Bundeswehr mehr oder weniger symbolische Unterstützung?