Stimmungslage bei Rot-Grün-Rot: „Die Chemie stimmt“
Die Euphorie von 2016 sei zugunsten von mehr Ernsthaftigkeit verflogen. Hieß es gestern am Verhandlungshotel. Der Checkpoint hört und schaut genauer hin. Von Lorenz Maroldt.
Erschöpft, aber auch erlöst und erleichtert verließen die geeinten Koalitionäre den Ort des Geschehens, das Moabiter Hotel Mercure – im festen Willen, sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Das Fachgebiet Inneres wurde auf Mittwoch verschoben, heute geht es mit Bildung und Wissenschaft weiter.
Und während sich außen besonders in Kreisen konservativer und auch sozialdemokratischer Immobilisten zunehmend Enttäuschung über Giffey breit macht, wächst intern bei den Verhandlern von Linken und Grünen der Respekt vor der künftigen Regierenden Bürgermeisterin. Sie will es unbedingt, heißt es dort, und sie will alles genau wissen. Von einer neuen Qualität des Miteinanders ist die Rede, die Euphorie von 2016 sei einer rationaleren, ernsthafteren Professionalität gewichen. „Jetzt stimmt die Chemie“, war gestern zu hören. Das ist auch nötig, denn u.a. das Finanzielle ist noch zu klären, und, last but not least: wie die Verwaltung zu ertüchtigen ist. Den Maßstab für den Erfolg der Koalition und des Senats mit seinen neuen Leuten beschreibt Klaus Lederer so: „Es geht darum, dass spürbar ist, wie die Stadt besser funktioniert und auch konkret besser wird.“