Eklat im Bezirksparlament: Berliner Verein will sich nicht vom Antisemitismus distanzieren
Weil die Spitze des Trägervereins Frieda e.V. kürzlich mit antisemitischen Ausfällen auffiel, wurden zwei ihrer Zentren für junge Frauen in Friedrichshain-Kreuzberg geschlossen. Von Robert Ide.
Antisemitismus darf sich nicht lohnen, weil er geduldet wird. Das gilt für pro-palästinensische Demonstrationen mit Gewaltaufrufen (gestern wieder zu sehen und zu hören in Kreuzberg und Neukölln), für das Liken von antisemitischen Inhalten durch die amtierende Präsidentin der Technischen Universität („ein Fehler, für den ich mich aufrichtig entschuldigen möchte“, wie Geraldine Rauch auf Druck aus der Politik und ihrer eigenen Unileitung am Mittwoch eingestand) und erst recht für die Kinder- und Jugendarbeit. Wie im Checkpoint berichtet, hat Bezirksstadtrat Martin Kindler (CDU) zwei Zentren für junge Frauen in Friedrichshain-Kreuzberg geschlossen, nachdem die Spitze des Trägervereins Frieda e.V. mit antisemitischen Ausfällen aufgefallen war und sich nicht vom offenen Israelhass ihrer Unterstützer distanzieren wollte.
In der Bezirksverordnetenversammlung kam es gestern zum nächsten Eklat in dem Fall, weil Grüne und Linke zunächst an Frieda e.V. festhalten wollen, wenn sich der Verein vom Antisemitismus distanziert. Der will aber einen entsprechend vorgelegten Vertrag nicht unterzeichnen, weshalb auch die lokale SPD verlauten ließ: „Ein solcher Träger ist nicht mehr geeignet, Mädchen und junge Frauen in unserem Bezirk zu betreuen.“ Nach Checkpoint-Informationen soll der Trägerverein bald auch die Landesförderung verlieren, dabei geht es nach Angaben aus politischen Kreisen um mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung von Mitteln. Antisemitismus darf sich nicht lohnen.