Drei Minuten für einen Esel: Volksbühne besteht auf tierischer Realpräsenz
Nun aber zu den wirklich wichtigen Fragen: „Was macht der Esel auf der Bühne?“ Das möchte der Grünen-Abgeordnete Stefan Taschner via schriftlicher Anfrage wissen. Hintergrund ist die Inszenierung „PROPRIETÀ PRIVATA: Die Influencer Gottes kommen!“ an der Volksbühne (wo sonst?), bei der Esel-Dame Gretchen einen dreiminütigen Auftritt hat. Die tierschutzrechtlichen Vorgaben würden eingehalten, antwortet die Kulturverwaltung, der Esel sei ein „zulässiges künstlerisches Mittel“. Man sehe keine Notwendigkeit, Gretchen durch eine Tier-Attrappe zu ersetzen.
Für die Volksbühne ohnehin keine Option: „Im Rahmen dieser Produktion macht insbesondere der historische Rückbezug auf Franz von Assisis erstes Krippenspiel mit echten Tieren (1223 im umbrischen Greccio) die Realpräsenz eines Mensch-Tier-Gesprächs auf der Bühne künstlerisch unabdingbar“, schreibt sie. Und: „Die Ernsthaftigkeit dieser Szene erfordert einen lebenden Esel. Eine Attrappe hebt die Ernsthaftigkeit auf und wirkt albern.“ Was wohl Gretchen dazu sagt?