Kunst im verlassenen Ku’damm-Hotel

Nachts durch ein verlassenes Hotel inmitten von Berlin streifen – das ging bis zum Wochenende in bester Lage am Ku’damm. In der ehemaligen Vier-Sterne-Herberge „Mondial“, die seit der Corona-Pandemie leer steht, zeigten internationale Künstlerinnen und Künstler Installationen in abgedunkelten „Dark Rooms“ (Fotos hier). Auf Scherben alter Hotelspiegel wurden Hologramme projiziert, im Parkhaus gab es eine Lichtshow, im Schwimmbad eine futuristische Nebelskulptur. Und in den ehemaligen Hotelzimmern warteten riesige Datenkabel-Kraken oder entspannende Schaukeln auf die Besuchenden.

Nun ist das „Mondial“, 1982 als eines der ersten barrierefreien Hotels in Europa eröffnet, wieder geschlossen. Eigentlich sollte das Haus längst abgerissen worden sein, um einem Büro- und Ladenkomplex zu weichen. Diesen Plan gibt es weiterhin, lässt der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf auf Nachfrage wissen (Hintergründe von Cay Dobberke hier). Die Schweizer Unternehmensgruppe „Swiss Life Asset Managers“, die das Haus neu entwickeln soll, teilt auf Checkpoint-Anfrage mit: „Der nächste Schritt ist ein internationaler Architektenwettbewerb, dessen Entscheidung wir im Herbst dieses Jahres erwarten.“ Ziel sei ein Haus mit hochwertiger und nachhaltiger Architektur. „Der Abbruch ist frühestens für das erste Quartal 2026 anvisiert.“ Angestellte vor Ort gehen nach den bisherigen, langwierigen Prozessen, in denen bereits ein Architekt involviert war, nicht davon aus, dass in naher Zukunft viel passiert. Und so wachsen sie plötzlich wieder inmitten von Berlin: oft vermisste Brachen und Nischen, in den Kunst ein verlassenes Stück Stadt ausfüllt.