Politik will pandemiekonforme Partys auf dem Tempelhofer Feld ermöglichen
Für Freiluft-Raves auf dem Feld setzt sich Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) ein. Er fordert günstige Mieten für Event-Veranstalter. Von Nina Breher und Anke Myrrhe
Flughäfen zu Tanzflächen! Zumindest einen (der stillgelegt ist): Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung aufgefordert, den Vorplatz des Tempelhofer Feldes für legale Partys zu vermieten – zu bezahlbaren Preisen. „Geben Sie das Feld frei!“, formuliert es Hikel in einem Schreiben, das er am Donnerstag Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel schickte und das dem Checkpoint vorliegt. Hikel schreibt mit Blick auf illegale Partys, vor allem auf den Dauerdancefloor Hasenheide, er sei „nicht mehr bereit, diesen Zustand länger hinzunehmen“.
Hikel schreibt, die Partys seien eine Belastung für die Neuköllner (zertretener Rasen, Müll, Urin) und die Bezirksmitarbeiter, die eine „frustrierende Sisyphosarbeit“ leisten. Dass Hikel Sisyphus, die Figur aus der griechischen Mythologie, mit „o“ schreibt, muss als chiffrierte Solidaritätsbekundung mit dem Sisyphos, einem Club in Rummelsburg, gelesen werden. Sowieso: Das Flugfeld eigne sich doch „sehr gut“ für „pandemiekonforme Feiern ohne Lärmbelästigung für Anwohnende“, schreibt Hikel, und bemängelt, die Tempelhof Projekt GmbH habe bisher viel zu hohe Mieten von Veranstaltern gefordert („Summen von mehreren zehntausend Euro pro Monat“). Und bittet den Senat, dem das Gelände gehört, um Hilfe. Der Clubcommission gefällt das.