Verwaltung kaum handlungsfähig in der Krise
„Wir sind technisch kurz hinter der Karteikarte“, sagt Stadträtin Sabine Weißler aus Mitte – die ungenügende digitale Entwicklung Berlins mache sich jetzt „schmerzhaft bemerkbar“. In Zahlen ausgedrückt: Von den 100.000 Angehörigen der Verwaltung können zeitgleich maximal 2500 über einen VPN-Tunnel sicher von zuhause aus arbeiten, weitere 1500 über Bootsticks. In Prozent ausgedrückt: Nur 4% der Verwaltungsangestellten sind im Homeoffice voll arbeitsfähig (Q: IT-Staatssekretärin Sabine Smentek auf Anfrage von FDP-MdA Bernd Schlömer). Dazu nochmal Sabine Weißler: „Furchtbar niederschmetternd“.
Die Folgen (u.a.): Ein Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde verschickte an Antragsteller automatische Mailantworten mit dem Hinweis, dass ihre Anträge nicht bearbeitet werden. Es folgte die Bitte, „den Antrag ab dem 20.4. erneut einzureichen, da Anträge bis einschließlich 19.4. ungelesen vernichtet/gelöscht werden.“ Stadträtin Weißler bittet für den Ton um Entschuldigung, die Antwort sei „unsäglich“. Aber zu erkennen ist da auch Verzweiflung – ein wenig menschliches Verständnis ist ja angesichts der extremen Umstände vielleicht auch bei den Antragstellern vorhanden.
Ach ja, und falls Sie doch Verwaltungspost bekommen, z.B. vom LA für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten: Schauen Sie gut auf den Stempel, die Nummer 417 ist gerade „in Verlust geraten“ und für ungültig erklärt worden (Q: Amtsblatt) – mal sehen, wo das Ding wieder auftaucht.