Studentin stellt Nazi in U-Bahn zur Rede: "Das ist eine Straftat"

In der U6 zeigte ein Mann den Hitlergruß – und eine junge Studentin reagierte sofort. Ihre Botschaft: Nicht Migranten sind das Problem, sondern rechte Gewalt. Von Anke Myrrhe und Margarethe Gallersdörfer.

Studentin stellt Nazi in U-Bahn zur Rede: "Das ist eine Straftat"
IMAGO/Jürgen Ritter

Mut in der U-Bahn: Die 24-jährige Studentin Katja Rumiantseva ist am Dienstag in der U6 in Wedding einem Mann entgegengetreten, der den Hitlergruß zeigte und einen Passagier rassistisch beleidigte. „Sie wissen, dass das ‘ne Straftat ist?“ hört man sie auf dem Video fragen, das sie nach dem Vorfall veröffentlicht hat (zu sehen hier auf Instagram). „Der hat Ihnen nix getan.“ Der Mann nennt sie unter anderem „Volksverräterin“ und ruft ihr, als sie aussteigt, „Sieg Heil!“ hinterher.

Ich bin beschämt, wütend und traurig, dass sonst niemand was unternommen hat“, sagt Rumiantseva dem Checkpoint. „Auch nach dem Aussteigen ist keiner mehr zu mir gekommen.“ In Zeiten, in denen rassistische Gewalt zunehme, sei es wichtig, denen beizustehen, die es treffe, findet die Berlinerin mit deutsch-belarussischen Wurzeln. Sie hat den Vorfall inzwischen bei der Polizei angezeigt.

„Wir müssen zeigen, dass wir uns auch in Berlin nicht von den Rechten spalten lassen“, sagt sie. Mit Bezug auf die Aussagen des Bundeskanzlers findet sie: „Das Problem im Stadtbild sind nicht Migranten, sondern Nazis, die in der U-Bahn ungehindert Hitlergrüße machen können.“