Berliner SPD-Bildungsexpertin will Willkommensklassen für Ukrainer

Integration statt Identitätspolitik: Maja Lasić, SPD-Bildungsexpertin und in den Lehrerberuf gewechselt, widerspricht der Forderung der ukrainischen Generalkonsulin Iryna Tublinka (CP von gestern), ukrainische Schüler in Deutschland wie in der Ukraine zu unterrichten. Lasić ist selbst als Flüchtlingskind nach Deutschland gekommen und sagt:

+ „Die Annahme, dass die Kinder schnell wieder weg sind, hat sich bisher bei keiner einzigen Fluchtbewegung bewahrheitet. Relevanter Teil der Menschen bleibt hier.“

+ „Wie schwer das Loslassen und Ankommen sich anfühlt, lässt sich erahnen in den Äußerungen der ukrainischen Botschafterin. Die Glorifizierung des Herkunftslandes ist eher typisch und es dauert ewig, sie zu überwinden und sich unserem System anzunähern. Das Ankommen dauert Jahre, ohne Berührung mit dem deutschen Bildungssystem setzen wir diesen Prozess schlicht aus. Warum sollten wir das tun?“

+ „Blick nach Berlin verrät, warum es verführerisch wäre, sich auf die Forderung einzulassen. Wir haben zu wenige Räume und zu wenige Lehrkräfte, um die Kinder adäquat zu beschulen. Das reicht aber nicht als Entschuldigung für das Aussetzen des Integrationsprozesses.“

+ „Was ist zu tun: 1) erfahrene Träger einsetzen für die Übergangsbetreuung der Kinder 2) Containerlösungen für Räume an Bestandsschulen und 3) Fortbildungen für Fach-Lehrkräfte, um sie für den Einsatz in Willkommensklassen zu wappnen.“

Die Bildungsverwaltung teilt auf Checkpoint-Anfrage mit: „Wir stellen sicher, dass die aus der Ukraine nach Berlin geflüchteten Kinder und Jugendlichen möglichst bald einen Schulplatz erhalten. An mehreren Schulen konnten ukrainische Schülerinnen und Schüler bereits in Regelklassen integriert werden, auch die ersten neuen Willkommensklassen sind eingerichtet und starten ab Montag.“ Ob die jungen Ukrainer dann auch so empfangen werden wie diese beiden Kinder in Italien? Schauen Sie mal was fürs geschundene Herz.