Update zum „Geisterhaus“ am KaDeWe: Leerstand bleibt, Abriss rückt näher
Ein Abriss der fast leeren Zwillingshäuser in der Ansbacher Straße könnte nun bevorstehen – trotz Milieuschutz und Zweckentfremdungsverbot: Eine Ersatzgenehmigung wäre möglich. Von Jessica Gummersbach.
Höchst aufmerksam beobachten wir weiterhin ein „Geisterhaus“ in Tempelhof-Schöneberg. Checkpoint-Leser werden sich an die Recherche vor knapp zwei Jahren erinnern:Wenige Schritte vom KaDeWe entfernt verwahrlosten die Zwillingshäuser Ansbacher Straße 33/35. Nr. 33 war heruntergekommen und überbelegt, Nummer 35 stand seit Jahren leer. Der Eigentümer plante einen Neubau mit Wohnungen und Büros, ließ aber Fristen verstreichen und bekam wegen des Milieuschutzes keine Abrissgenehmigung. Und so passierte jahrelang nichts. Sebastian Bartels, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, brachte es auf den Punkt: „Für den Eigentümer ist so ein Zeitgewinn Goldstaub, der auf ihn rieselt.“
Update nach zwei Jahren: Der Goldstaub rieselt immer noch. Nr. 35 steht weiterhin leer. In Nr. 33 sind inzwischen nur noch zwei Wohnungen bewohnt. Auf Checkpoint-Nachfrage teilt das Bezirksamt mit, ein Abriss könnte nun doch bevorstehen – trotz Milieuschutz und Zweckentfremdungsverbot. Es sei absehbar, dass mit dem Bauherrn ein städtebaulicher Vertrag geschlossen werde. Dieser gelte als Ersatzgenehmigung für einen Abriss. Daher wurden keine Zwangsgelder wegen Leerstand mehr verhängt. Details zum Vertrag seien vertraulich. Und erneut zeigt sich: Das Schwert des Zweckentfremdungsverbots ist stumpf.